Das Ende der Welt II
      mit Video 1m15s


Macko daht in die Schtubb kumme. „Mit Rolfi, meum eldere Freind hebb i(s)ch eun hochindresoantes Geschprä(s)ch gefiehrt“.
Wenn unsä Sehn(s)che sol(s)che Wordde aas seum Meil(s)che schuckte, oahnte i(s)ch, jedds kimme Voschläg die meu Porddmonnee belaste orrä ä will er(s)chendwoas dähdi(s)che, mit däm wä Eldern net sofordd euväschtoanne seun.
„Wä hobbe doch so uugefäh vo eunäm Joahr uns iwä des End dä Welt unnähoalte, Schor(s)chi, gell?“
„Schtimmt“, nickte i(s)ch, „un doa hämmä festgeschtellt, doass so eun Äei(s)chnis erst noch in ar(s)ch fernä Zaat er(s)chendwoann moal schdaddfinne duht un deshalb fer uns bedeitungslos is un fer unsere Urururenkel ewwefalls.
Viel wi(s)chdi(s)chä fer unsä perseenli(s)ches Alldaachsläwe is net die Froag woann  is des End de Welt, sunnern  wo is des End dä Welt.
Doa druf koann i(s)ch eune Oantwordd gewwe. Des End de Welt  is im hinnere Ourewoald, uugefäh baa Klingäm.



Baa Klingäm is des End de Welt
orrä des, woas mä defier hält.
I(s)ch will awä dordd des werkli(s)ch net besuche,
Macko, duh liebä hier schtoppe Ribbelkuche.“

„Iwä sol(s)che Ordde un Derffä hodd de Rolfi nix gesoat. Des indresierten aach net“, moante unsä Kinn, „awä ä daht voschlaache, mä sollte minnestens eunmoal im Joahr dän Daach  Das Ende dä Welt feiern.“

„Schun wirrä so eun velli(s)ch iwäflissis(s)chä Iwäraschungsdaach“, schtehnte i(s)ch, „woas soll denn doa gedähdi(s)cht wern?“
„Na ja...Folgendes hobbe de Rolfi un i(s)ch mä gedenkt:  Mor(s)chens kriegt jedä eun deires Geschenk, oam Middaach schmackhaftes Esse, zim Baaschpiel  Klooß mit Sooß un denoach noch eun Picknick im Woald, er(s)chendwo oam Melibokusmassiv. Dordd macht
die Familje Schnabbelschnut scheene Schpiel(s)chä, oam Bach un uf nä Wiss.“
„Sol(s)che Aasflieg hämmä beraats efters gedähdi(s)cht, wenn aach net groad jede Woch eunmoal un mit Geschenke aach net. Doafier duhts baa unsrä Familje woahrhafdi(s)ch genie(s)chend Feiädaache gewwe, unsre Muddä, Lisett(s)che, duht schun defier sor(s)che.“
„Joa, awä...de Rolfi moant....“
„Du braachst net waatä zu babble, Macko, noch so eun zusäddsli(s)che Geschenkedaach mache mä net, die Apokalipse kimmt net so schnell.“
„Des Wordd kenn i(s)ch net, s´heert si(s)ch allädings schee oa.
Doann mache mä halt eun  Daach de Apokalipse“, kwengelte de Buh, „des Rieb(s)che....äh, i(s)ch moan Hä Willi Riebeschtrunk....hodd aach gesoat, des End Welt de Welt kennt aach schun iwämor(s)che orrä in eunem Joahr seun. Doa isses doch wi(s)chdi(s)ch, doas mä uns mit eunä schee Feiä beraats vobereite.“
„S` koaan nadierli(s)ch seun, doass des End de Menschhaat friehä kimmt. Doa hodd des Rieb(s)che  rä(s)cht. Viele Probleme kimme dämnäkst wie ähn gewaldi(s)chä Wassäfall uf uns zu.....wie Klimawoandel, Insekteschterwe, eventuell Atomkriege unsowaatä.
Awä loasse mä des Thema. Eun zusäddsli(s)chä Geschenkedaach fiehrn wä desweje net eu.
Macko, du koannst joa zusoamme middäm Rolfi eunen  Daach de Drauä  dselebriern. Des muss aach nix zusäddsli(s)ches koste.“

        Hintergrundmusik: Altro -Epic (NCN Release)


Übersetzung: Marko betrat die Stube. „Mit Rolfi, meinem älteren Freund, habe ich ein hochinteressantes Gespräch geführt.“
Wenn unser Söhnchen solche Worte aus seinem Mäulchen spuckte, ahnte ich, jetzt kommen Vorschläge, die mein Portemonnaie belasten oder er will irgendetwas machen mit dem wir Eltern nicht sofort einverstanden sind.
„Wir hatten doch vor ungefähr einem Jahr uns über   Das Ende der Welt unterhalten, Schorschi, gell?“
„Stimmt“, nickte ich, „und da stellten wir fest, dass so ein Ereignis erst noch in sehr ferner Zukunft irgendwann mal stattfinden wird und deshalb für uns bedeutungslos ist und für unsere Urururenkel ebenfalls..
Viel wichtiger für unser persönliches Alltagsleben ist nicht die Frage  wann  ist das Ende der Welt, sondern  wo  ist das Ende der Welt.
Darauf kann ich eine Antwort geben. Das Ende der Welt ist im hinteren Odenwald, ungefähr bei Klingheim.
Bei Klingheim ist das Ende der Welt
oder das, was man dafür hält.
Ich will aber das dort wirklich nicht besuchen
Marko, tu lieber hier stopfen Streuselkuchen.

„Über solche Orte und Dörfer hat der Rolfi nichts gesagt. Das interessiert ihn auch nicht.“, meinte unser Kind, „aber er schlug vor, man sollte mindestens einmal im Jahr den Tag  Das Ende der Welt  feiern.“
„Schon wieder so ein überflüssiger Überraschungstag“, stöhnte ich, „was soll denn da gemacht werden?“
„Na ja...Folgendes haben der Rolfi und ich mir gedacht: Morgens kriegt jeder ein teures Geschenk, am Mittag schmackhaftes Essen, zum Beispiel Kloß mit Soß und danach noch ein Picknick im Wald, irgendwo am Melibokusmassiv. Dort macht die Familie Schnabbelschnut schöne Spielchen am Bach und auf einer Wiese.“
„Solche Ausflüge haben wir bereits schon öfters gemacht, wenn auch nicht gerade jede Woche einmal und mit Geschenken auch nicht. Dafür gibt es in unserer Familie wahrhaftig genügend Feiertage, usere Mutter, Lisettchen, sorgt schon dafür.“
„Ja..aber...der Rolfi meint......“

„Du brauchst nicht weiter zu reden, Marko, noch so einen zusätzlichen Geschenketag machen wir nicht. Die Apokalypse kommt nicht so schnell.“
„Dieses Wort kenne ich nicht, es hört sich allerdings schön an.
Dann machen wir halt einen Tag der Apokalypse“, quengelte der Bub, „das Rübchen...äh...ich meine Herr Willi Rübenstrunk sagte auch, das Ende der Welt könnte schon übermorgen oder in einem Jahr sein. Da ist es doch wichtig, dass wir uns mit einer schönen Feier vorbereiten.“
„Es kann natürlich sein, dass das Ende der Menschheit früher kommt. Da hat das Rübchen recht. Viele Probleme kommen demnächst wie ein gewaltiger Wasserfall auf uns zu....wie Klimawandel, Insektensterben, eventuell Atomkriege und so weiter.
Aber lassen wir dies Thema. Einen zusätzlichen Geschenketag führen wir deswegen nicht ein.
Marko, du kannst ja zusammen mit dem Rolfi einen  Tag der Trauer  zelebrieren. Das muss auch nichts zusätzliches kosten.