Weisheit

diese Seite enthält: Weisheit im Alter,  Wirklich weise? und Längerer Schlaf

 

Weisheit im Alter

 

 

Eldere Häschafte, Hugo, Paul, Siggi, Kall un Päre, die jingste vo denne woar vierunsiwwzi(s)ch, hockte in de Kneip Zim weise Mondmoann baasoamme. Nur moan(s)chmoal begliggte noch ähn annerä Päre die Rund, dä erst neinunse(s)chzi(s)ch Joahrn uffen Buckel hodde.

Wä seun net so Kinnskepp wie die jung Männä doa hinne oam Eckdisch. Wä seun werddi(s)ch un...weise“, babbelte de Paul. Siggi guckte irritiert un schiddelte de Kopp.  „Noa“, dahtä antwordde,„wenn i(s)ch mi(s)ch so umguck un ei(s)ch seltsoame Gestalte betrachte, will deu Äkenntnis, Paul,net in meu Hern dringe.“

Doch,doch“, äwirrerte de Päre, „de Paul hodd rä(s)cht. Des seun so si(s)chä wie meun Forz vorm Klogoang.“

Koannsde des ebbes äleitern?“ froate Siggi kritisch.

Joa,des koann i(s)ch“, nickte de Päre, „i(s)ch zim Baaspiel woar friehä a soon Hallodri wie die junge Hipfä doa dribbe. Doa hebb i(s)ch drei Roode innnä halb Stunn wie ähn Geisteskroanke in mi(s)ch reu gekippt un doann noach nä waatere halb Stunn hebb i(s)ch schun unnerm Disch geleje.

Heit degeje“, ä guckte zustimmungsäheischend um si(s)ch, „seun ich weise geworn un mach sowoas nemmä. I(s)ch drink alleweil noch die gleich Meng, awä i(s)ch loss mä mä Zaat un rutsch nemmä unnerm Disch.“

 

 

 

Übersetzung:Ältere Herrschaften, Hugo, Paul, Siggi, Karl und Peter, der jüngste von denen war vierunsiebzig, saßen in der Kneipe  Zum weisen Mondmann beisammen. Nur manchmal beglückte noch ein anderer Peter die Rund,der aber erst 69 Jahre auf dem Buckel hatte.

Wir sind nicht so Kindsköpfe wie die jungen Männer da hinten am Ecktisch. Wir sind würdig und....weise.“, sagte der Paul.

Siggi guckte irritiert und schüttelte den Kopf. „Nein“, antwortete er,„wenn ich mich so umschaue und euch seltsame Gestalten betrachte, will deine Erkenntnis, Paul,nicht in mein Gehirn dringen.“

Doch,doch“, erwiderte der Peter, „der Paul hat recht. Das ist so sicher wie mein Furz vorm Klogang.“

Kannst du das etwas erläutern?“ fragte Siggi kritisch.

Ja,das kann ich“, nickte der Peter, „ ich zum Beispiel war früher auch so ein Hallodri wie

die jungen Hüpfer dort drüben. Da hab ich drei Rote in einer halben Stunde wie ein Geisteskranker in mich reingekippt und dann nach einer weiteren halben Stunde hatte ich schon unter dem Tisch gelegen.

Heute dagegen,“ er guckte zustimmungserheischend um sich, „bin ichweise geworden und mache sowas nicht mehr. Ich trinke immer noch die gleiche Menge, aber ich lasse mir mehr Zeit und rutsche nicht mehr unter den Tisch.“

Wirklich weise?

Wern mä im Aldä werkli(s)ch weise un werddi(s)ch seun?“ froate de Klausi, unsä Schäff-Filosof den oalde Päre.

Awä nadierli(s)ch!“ äwirrerte de Oagesprochene, „hor(s)che moal! Sol(s)ch bleede Froage duhn wä Oalde net stelle, des is nämli(s)ch  so   selwsvästännli(s)ch wie meun Forz vorm Klogoang.

Aaßädäm:So ähn oalde weise Moann wie i(s)ch koann fer alle Läwensloage alleweil  tiefgrindi(s)che Roatschläge gewwe. Nur: Moan(s)chmoal västehe die jingere Leit des net, waal se zu bleed defier seun.“

Ouh,koannsde mä ähn Roatschloag gewwe“, froate de Heunä, „wie mä de Wert Mosjö Mondmoann wirrä umstimme seu Bierpreisähe(s)chung zurick zu nämme?“

De weise un werddi(s)ch oald Päre wie(s)chte soan Kopp iwäle(s)chend hie un hä. 

Des geht net. Sowoas misse wä halt ädulde, die Schicksoalschläg seun unägrindli(s)ch .“

Ah, jetz hobb i(s)ch västonne“, soate Klausi, „die weise,tiefgrindi(s)ch Roatschläge seun sol(s)che, die wo de weise Moann selwä net västeht  un mit denne koanä woas oafoange koann.“

 

 

 

 

Übersetzung:„Werden wir im Alter wirklich weise sein?“ fragte der Klausi, unser Chef-Filosof den alten Peter.

Aber natürlich!“ erwiderte der Angesprochene, „hör mal! Solche blöde Fragen stellen wir Alte nicht, das ist nämlich so selbstverständlich wie mein Furz vorm Klogang.

Außerdem:So ein alter weiser Mann wie ich kann für alle Lebenslagen immer tiefgründige Ratschlage erteilen. Nur: Manchmal verstehen die jüngeren Leute das nicht, weil sie zu blöd dafür sind.“

Ouh, kannst du mir einen Ratschlag geben“, fragte der Heiner, „wie wir den Wirt Mosieur Mondmann wieder umstimmen seine Bierpreiserhöhung zurück zu nehmen?“

Der weise und würdig alte Peter wiegte überlegend seinen Kopf hin und her.

Das geht nicht. Sowas müssen wir halt erdulden, die Schicksalsschläge sind ungründlich.“

Ah, jetzt habe ich verstanden“, sagte Klausi, „die weisen, tiefgründigen Ratschläge sind solche, die der weise Mann selber nicht versteht und mit denen keiner was anfangen kann.“

 

Längerer Schlaf

I(s)ch duh mor(s)chens alleweil gern längä in de Forzkuhl liehe bleiwe.Schun de Datterich hodd gesoat..... Mor(s)chestund hodd Gold im Mund   un des haaßt mor(s)chens schläft mä oam beste“, babbelte de Paul zu seune annern Stammdischbriedä, „un des misstä doch zugewwe, de Datterich woar ähn kluugä Moann.“

Doa duhtä koanä wirräspre(s)che“, daht de Päre oantwordde, „des seun ewwefalls ähn Zei(s)che vo Waashaat. Wo ä rä(s)cht hodd,hoddä rä(s)cht.“

Siggi bewä(s)chte de Kopp iwälä(s)end hie un hä. „Moantä werkli(s)ch, wenn wä mor(s)chens längä penne, hämmä die Waashaat leffelwaas gefresse?“

Awä viellaa(s)cht stimmt`s“, dahtä doann zugewwe, „i(s)ch duh mor(s)chens a goanz gern äh Stunn längä schloafe....un i(s)ch seun joa vo uns die Person, uf die de Begriff Waashaat si(s)chä zudrifft.“

 

 

 

Übersetzung:„Ich bleibe morgens immer gerne länger im Bett liegen. Schon der Datterich sagte......Morgenstund hat Gold im Mund und das heißt morgens schläft man am besten“, redete der Paul zu seinen anderen Stammtischbrüdern, „und das müsst ihr doch zugeben, der Datterich war ein kluger Mann.“

Da widerspricht dir keiner“, antwortete der Paul, „das ist ebenfalls ein Zeichen von Weisheit. Wo er recht hat, hat er recht.“

Siggi bewegte den Kopf überlegend hin und her. „Meint ihr wirklich, wenn wir morgens länger pennen, haben wir die Weisheit löffelweise gefressen?“

Abe vielleicht stimmt`s“, gab er dann zu, „ich schlafe morgens auch ganz gerne eine Stunde länger....und ich bin ja von uns die Person,auf die der Begriff  Weisheit sicher zutrifft.“