Gewissen und Verantwortung  

Wolltä net wirrä moal uns besuche?“ daht de Ludwi(s)ch uns euloade,“wä duhn aach ähn besunneres,delikat froanzesisch Esse bereite.“

Ma Fraa, Lisett(s)che, un i(s)ch, de Schor(s)chi, empfande des net als äh genussvoll Oakindi(s)chung, sunnern als eune Drohung, baa dä de Oangstschwaaß uns gefoange nimmt. Unsä Opfäberaatschoaft hodd schließli(s)ch aach ihre Grenze!     Wä konnte uns noch sä gut oandes letzte moal äinnern. Västoppung un Baachweh worn die Fol(s)ch un geschmeckt hodd`s wie ähn Loreleiesse; I(s)ch waaß net woas soll des bedeite.

Schuld doaroan seun net die froanzesisch Kie(s)ch, sunnern die Oart wieLudwi(s)ch un Babett(s)chedes Rezept noachkoche. Die Baade soage dezu, dummfrehli(s)ch, in velli(s)chä Väkennung ihrä bescheidenä Megli(s)chkaate,  zaubern.

Die Zwa hodde ähn gutes, ruhi(s)ches Gewisse, awä im Hinblick uf de Werkunge uf uns, von denne se wusste, mä hobbe des nämlich de Beide väzählt......joa, des woar väantworddungslos.  

 

Übersetzung:„Wollt ihr uns nicht wieder einmal besuchen?“ lud uns Ludwig ein,„wir werden auch ein besonderes, delikat französisches Essen zubereiten.“

MeineFrau, Lisettchen, und ich, der Schorschi, empfanden dies nicht als eine genussvolle Ankündigung,sondern als eine Drohung, bei der der Angstschweiß uns gefan gennimmt. Unsere Opferbereitschaft hat schließlich auch ihre Grenzen.Wir konnten uns noch sehr gut an das letzte mal erinnern. Verstopfung und Bauchweh waren die Folge und geschmeckt hat`s wie ein Loreleyessen:  Ich weiß nicht was soll das bedeuten.

Schuld daran ist nicht die französische Küche, sondern die Art wie Ludwigund Babettchen das Rezept nachkochten. Die Beiden sagen dazu, dummfröhlich, in völliger Verkennung ihrer bescheidener Möglichkeiten, zaubern.

Die Zwei hatten ein gutes, ruhiges Gewissen, aber im Hinblick auf die Wirkungen auf uns, von

denen sie wussten, wir hatten das nämlich den Beiden erzählt......ja, das war verantwortungslos.