Außerirdische unter uns

In eunä Gaststädd vo eunäm Kaafhaas in Dammstadd daht i(s)ch ähn Imbiss eunemme.

Uugefäh zwoanzi(s)ch bis dreißi(s)ch  Leit hockte im Soal, dahte esse un drinke. Finf Metä entfernt vo mä guckte äh Pär(s)che oadauernd in meu Ri(s)chtung.

Als se wirrä moal mi(s)ch oagaffte, daht i(s)ch mi(s)ch umdrehe. Viellaa(s)cht wollte die Zwaa goar nix vo mä un guckte zu annern Leit un i(s)ch woar halt zufälli(s)ch in ihr Blickfeld geroate.

Awä hinnä mä woar nix, nur die Woand.

Doa stoand i(s)ch uf un daht zu däm Pär(s)che hie laafe. „Wolle se woas vo mä?“ froate i(s)ch neigieri(s)ch, „orrä duh i(s)ch se  oan jemoand äinnern? I(s)ch kenn se net.“

Pst! Net so laut“, ämoante mi(s)ch die Fraa.


"Duhn se si(s)ch zu uns hocke“, fordderte de Moann mi(s)ch uf, „i(s)ch hoff, se hobbe ebbes Zaat fer,uns.Hee(s)chsdens draa Minute orrä finf.“

Sä seltsoam empfand i(s)ch diese Bitt, daht awä meun Imbiss, eun Dellä mit  Broatworscht,  Weck un Senf un eun Gloas Bier hole un ploanzte mi(s)ch uffen freie Stuhl oan ihrn Disch.

So, woas is los? Hobbe se mi(s)ch als Aaßäerdischä entdeckt?“ lachte i(s)ch.  

So lä(s)chäli(s)ch seun des net“, moante de Moann ernst, „gewwe se zu: Se seun ähn Aaßäerdischä. Mä un meunä Freindin seun des sofodd ufgefalle als se oan de Thek ihr Esse un Drinke holte.“

Sollt i(s)ch lache orrä Mitlaad emfinne fer die Zwa, baa denne womee(s)chli(s)ch wieste Gedoanke un Foandasien iewle Strei(s)che spielte.   Orrä die Beide wollte nur ebbes Spaß äläwe un mi(s)ch väuhze.   

I(s)ch hebb alleweil gedenkt meu Tannung seun päfekt“, daht i(s)ch gespielt flistern, „un etz hobbe se mi(s)ch entlavvt. Doa koann i(s)ch nix mache, awä duhn se des bitte, bitte fer si(s)ch behoalte. Ich seun aach velli(s)ch hammlos un keu Gefaah fer die Menschhaat.

Von wel(s)chem Stern kimme se doann hä?“

Net Stern, sunnern Planete“,väbesserte i(s)ch die Froag. „Also, viellaa(s)cht kenne se des Sternbild Orijonn“, babbelte i(s)ch, „hinnä däm Gertel vom Orijonn duhts noch annern

Sterne gewwe, die wä vo de Erd aas net gut gucke kenne. Um eunäm duhn märere Planete kreise, die all diesä Welt sä ähnli(s)ch seun. Un eunä devo is moan Heumatplanet. Uugefäh neinhunnerdfuffzi(s)ch Li(s)chtjoahrn entfernt.“

Solle mä des glaabe?“bezwaafelte die Fraa meu Informazjone, „doass se ähn Aaßaerdischä seun, wisse mä joa, awä se kenne doch koa intästellaa Reis iwä sone riesi(s)ch Entfernung in eunäm Läwe bewäldi(s(che. Viellaacht seun se sogoar schun uf diesä Erd uf die Welt gekumme.“

Doaas se des net västehe,duht mi(s)ch net wunnern“, daht i(s)ch äwirrern, „ vo zeh Joahrn woar i(s)ch noch in de Orijonn-Gejend. Meu Rass hodd eune supähoch enwickelte Te(s)chnik un Mee(s)chli(s)chkaate, die se als naive Menschewermä noch nettemoal äoahne.

In uugefäh zwoanzi(s)ch Joahrn werd i(s)ch wirrä dordd hie zurickkehrn un aach wirrä in meu ri(s)chdi(s)ch Gestoalt mutiern. Awä moal äh annä Sach.... wie hobbe se mi(s)ch als Aaßäerdischä äkoannt?“

Ach“, winkte de Moann oab,„des seun märere Sache uf eunmoal un koan Zufall mä. Se draache zim Baspiel supäoalde Klamodde, keu biss(s)che modisch. Doann hobbe se si(s)ch oan de Thek nur ne Broatworscht gehoolt, niemoand aaßä sie gewwe si(s)ch mit so nen Mini-

imbiss hier in diesä Gaststätt zufriede, alle hobbe ähn ri(s)chdisches Menie als Middaachesse. Un baam Fuddern woarn se so gaastesoabwäsend, als dähte se in ihräm Hern

er(s)chendwoas Bedeitsoames aasbriete.“

Wenn se sol(s)che Gegewehaate als Kennzei(s)che vo Aaßaerdische betrachte, muss die Welt hier ja vo Äljens groad so wimmeln, mindest jedä zwaate orrä dritte Mensch däht doa in Froag kimme. Er(s)chendwel(s)ch Seltsoamkaate hodd doch fast jedä.“

Unsä Erd duht aach vo Aaßäerdische wimmeln, uugefäh jedä Zwoanzi(s)chste is oanä, des haaßt dreihunnerd-fuffzi(s)chmilljon  Aliens tummeln si(s)ch uf unsern Globus.“

Wenn se des moane, werd`s wohl so seun“, besdädi(s)chte i(s)ch, „oan diesäm Disch“, i(s)ch kloppte mit de Faust uf des Holz, „hocke beraats drei sol(s)chä Gestalde.“

Väblifft glotzte des Pär(s)che mi(s)ch oa.

Noa“, schiddelte de Moann seun Wersching, „des deite se falsch. I(s)ch seun koanä. Vo meunä Freindin, dä Susoann“,ä deitete uf die Fraa, „glaabte i(s)ch des oafängli(s)ch. Inzwische waaß i(s)ch, se is koane. Awä die Moni, die im Noachbaahaas wohne duht, seun zwaafelsohne so eun Alienwäse.“

Wohä wisse se des?“

Joa, des seun so“, niggte die Fraa mit däm Noame Susoann, „immä, wenn ihr jemoand die Hoand rei(s)che duht zur Begrießung, duht die oaschließend im Klo väschwinne. Nadierli(s)ch daht uns des er(s)chendwoann uffalle.I(s)ch daht moal heimli(s)ch hinnähä schlei(s)che, um se zubeobachte, woas se doa macht. Se stoand oam Waschbecke un daht si(s)ch grindli(s)ch die Poote wäsche. Debaa murmelte se: „Eufach fer(s)chdäli(s)ch... diese

Mensche... ekelhaft... besunners die Männä....zim Gligg seun i(s)ch hier äh Fraa.....weni(s)chdens ebbes“.

In däm Moment äschien Lisett(s)che, meu bessä Hälft.

So ähnli(s)ch sieht die aaßaerdische Moni aas“, flisterte de Moann zu mä, „mä kennt fast moane des isse.“

Schor(s)chi, kimm!“ soate meu Oagedraude zu mä, „die Kinnä seun eloa dehoam, wä sollte se net längä wadde losse.“

Nemme se ihrn Aaßäerdische mit un duhn se ufbasse, doass nix Schlimmes bassiert“, väoabschiedete si(s)ch de Moann vo uns.

                     Drauße väzählte i(s)ch Lisett(s)che, doass die Zwaa so dahte, als wär i(s)ch eun Aljenn orrä viellaa(s)cht dahte se des aach glaabe.

Des wunnert mi(s)ch iwähaapt net“, moante uugeriehrt ma Fraa, „du musst zugewwe, Schor(s)chi,sä oft, um net zu soage maastens, seun du  rä(s)cht ei(s)chenaddi(s)ch.“  

 

Übersetzung: In einer Gaststätte von einem Darmstädter Kaufhaus nahm ich einen Imbiss ein.

Ungefähr 20 bis 30 Leute saßen im Saal, aßen und tranken.

5 Meter entfernt starrte ein Pärchen andauernd in meine Richtung.

Als es mich wieder mal angaffte, drehte ich mich um. Vielleicht wollten die Zwei gar nichts von mir und schauten zu anderen Leuten und ich war halt zufällig in ihr Blickfeld geraten.

Aber hinter mir war nichts, nur die Wand.

Da stand ich auf und ging zu dem Pärchen. „Wollen Sie was von mir?“ fragte ich neugierig, oder erinner ich Sie an jemand? Ich kenne Sie nicht.“

Pst! Nicht so laut“, ermahnte mich die Frau.

Setzen Sie sich zu uns“,forderte der Mann mich auf, „ich hoffe, Sie haben etwas Zeit für uns. Höchstens drei Minuten oder fünf.“

Sehr seltsam empfand ich diese Bitte, nahm aber meinen Imbiss. Ein Teller mit Bratwurst, Brötchen und Senf und ein Glas Bier und pflanzte mich auf den freien Stuhl an ihrenTisch.

So, was ist los? Haben Sie mich als Außerirdischen entdeckt?“ lachte ich.

So lächerlich ist das nicht“, meinte der Mann ernst, „geben Sie zu: Sie sind ein Außerirdischer. Mir und meiner Freundin ist das sofort aufgefallen, als Sie an der Theke Ihr Essen und Trinken holten.“

Sollte ich lachen oder Mitleid empfinden für die Zwei, bei denen womöglich wüste Gedanken und Phantasien üble Streiche spielten. Oder die Beiden wollten nur etwas Spaß erleben und mich veruhzen (veralbern).

Ich hatte immer gedacht, meine Tarnung wäre perfekt“, flüsterte ich gespielt, „und jetzt haben Sie mich entlarvt. Da kann ich nichts machen, aber behalten Sie es bitte, bitte für sich.   Ich bin auch völlig harmlos und keine Gefahr für die Menschheit.“

 „Von welchem Stern kommen Sie denn her?“

Nicht Stern, sondern Planeten“, verbesserte ich die Frage. „Also, vielleicht kennen Sie das Sternbild Orion“, erzählte ich, „hinter dem Gürtel vom Orion gibst noch andere Sterne, die man von der Erde aus nicht gut sieht. Einen umkreisen mehrere Planeten, die alle dieser Welt sehr ähnlich sind. Und einer davon ist mein Heimatplanet, ungefähr 950 Lichtjahre entfernt.“

Sollen wir das glauben?“ bezweifelte die Frau meine Informationen, „dass Sie ein Außerirdischer sind, wissen wir ja. Aber Sie können doch keine interstellare Reise über so eine riesige Entfernung in einem Leben bewältigen. Vielleicht sind Sie schon auf dieser Erde auf die Welt gekommen.“

Dass Sie das nicht verstehen, wundert mich nicht“, erwiderte ich, „vor 10 Jahren war ich noch in der Orion-Gegend. Meine Rasse hat eine superhoch entwickelteTechnik und Möglichkeiten, die Sie als naive Menschenwürmer noch nicht mal erahnen.    In ungefähr 20 Jahren werde ich dorthin wieder zurückkehren und auch wieder zu meiner  richtigen Gestalt mutieren.     Aber mal eine andere Sache......wie haben Sie mich als Außerirdischen erkannt?“

Ach“, winkte der Mann ab,„da sind mehrere Dinge auf einmal und kein Zufall mehr. Sie tragen z.B. superalte Klamotten, kein bisschen modisch. Dann haben Sie sich an der Theke nur eine Bratwurst geholt. Niemand, außer Sie, gibt sich mit so einem Miniimbiss hier in der Gaststätte zufrieden, alle haben ein richtiges Menü als Mittagessen. Und beim Futtern sind Sie so geistesabwesend, als würden Sie im Hirn etwas Bedeutsames ausbrüten.“

Wenn Sie solche Gegebenheiten als Kennzeichen von Außerirdischen betrachten, muss die Welt hier ja von Aliens gerade so wimmeln, mindest jeder zweite oder dritte Mensch würde da in Frage kommen. Irgendwelche Seltsamkeiten hat doch fast jeder.“

Unsere Erde wimmelt auch so von Außerirdischen, ungefähr jeder Zwanigste ist einer, das heißt dreihundertfünfzig million Aliens tummeln sich auf unserem Globus.“

Wenn Sie das meinen, wird`s wohl so sein“, bestatigte ich, „an diesem Tisch“, ich klopfte mit der Faust auf das Holz, „sitzen bereits drei solcherGestalten.“

Verblüfft glotzte das Pärchen mich an.

Nein“, schüttelte der Mann seinen Kopf, „das deuten Sie falsch. Ich bin keiner. Von meiner Freundin, die Susanne“, er deutete auf die Frau, „glaubte ich es anfänglich. Inzwischen weiß ich, sie ist keine. Aber die Moni, die im Nachbarhaus wohnt, ist zweifelsohne so ein Alienwesen.“

Woher wissen Sie das?“

Ja, das ist so“, nickte die Frau mit dem Namen Susanne, „immer, wenn ihr jemand die Hand reicht zur Begrüßung, verschwindet sie anschließend auf dem Klo.Natürlich fiel uns das irgendwann auf. Ich schlich mal heimlich hinterher, um sie zu beobachten, was sie da macht.

Sie stand am Waschbecken und wusch sehr gründlich ihre  Pfoten. Dabei murmelte sie: „Einfach fürchterlich diese Menschen.....ekelhaft.... besonders die Männer.....zum Glück bin ich hier eine Frau.....wenigstens etwas.“

In dem Moment erschien Lisettchen, meine bessere Hälfte.

So ähnlich sieht die außerirdische Moni aus“, flüsterte der Mann zu mir, „man könnte fast meinen das ist sie.“

Schorschi, komm!“ sagte meine Angetraute zu mir, „die Kinder sind alleine zu hause, wir sollten sie nicht länger warten lassen.“

Nehmen Sie Ihren Außerirdischen mit und passen Sie auf, dass nichts Schlimmes passiert“,verabschiedete sich der Mann von uns.

                               Draußen erzählte ich Lisettchen, dass die Zwei so taten, als wäre ich ein Alien oder vielleicht taten sie das auch glauben.

Das wundert mich überhaupt nicht“, meinte ungerührt meine liebe Frau, „du musst zugeben,Schorschi, sehr oft,um nicht zu sagen meistens, bist du recht eigenartig.“