Marko als Pirat

Auf dieser Seite noch weiter unten:  Marko der Eroberer  und   Straßenräuber oder Seeräuber? 

 

Als de Macko zeh Joahr oald wor, dahtä gern Bichä iwä Abenteirä läse, besunners vo Piroate. 

Wä worn groad baam Middach-Esse, als ä ufstoand vom Stuhl, obwohl ä noch goar net ferddi(s)ch woar mit seunäm Dellä.

I(s)ch muss ämoal uf die Brubbelstubb“, entschuldi(s)chte ä si(s)ch.

Ä äschien zwa Minute spätä wirrä oam Disch. Äh Aacheklapp zierte seu Gesi(s)cht, in de

rä(s)cht Hoand hieltä äh Gummischwert.    

   Aas de Hoosedasch fischtä oan Zeddel un loas vo: „I(s)ch seun de gefer(s)cht Piroat Erik de bludi(s)ch  Rote. Mit meune teuflisch grausame Manne werd i(s)ch in die stermische See steche un uf Raubzug sejele. Die Knoche unsrä Opfä wern krache un des Blud vo denne werd de Boode besudle. Wä kern doann zurick, reich beloade mit Schätz allä Oart.“

Is recht meu Bu“, nickte Lisett(s)che, ma Fraa, „awä bevo du raasgehst mit deune teuflisch grausame Manne, mit de Freinde Filliip un Rennee, mussde erst des Gemies uffuddern.“

Piroate esse koa Gemies“, erwirrerte Macko, „die esse nur Flaasch, des oam Feier gegrillt is.“

Doa duhsde di(s)ch awä gewldi(s)ch deische“, klärte i(s)ch ihn uf,„die esse groad besunners viel Gemies und Obst bevor se lossejele.Ohne diese Vitaminspendä dähte se sä schnell goans fer(s)chdäli(s)che Zoahnschmerze krieje un oaschließend die Zeh väliern. Orrrä hosde schun moal geheert, doass Oanä vo denne moal gesoat hodd,    wä misse die Plinderung vo de Burg väschiebe, waal i(s)ch gewaldi(s)che Zoahnschmerze hobb un i(s)ch muss mi(s)ch erstmoal in meu worm Forzkuhl leihe bis die Schmerze oabklunge seun?“

Obben des iwäzei(s)cht hodd, waaß i(s)ch net, awä ä hockte si(s)ch oan de Disch un väschloang hasdi(s)ch seu Gemies. De Bu väließ doann des Haas. I(s)ch rief hinnähä:

 

 

              „Ohn viel Obst un Gemies zu esse

              koann de Piroat soan Raubzug vägesse.

 

 

 

 

Übersetzung:Als der Marko zehn Jahre alt war, las er gern Bücher über Abenteurer, besonders von Piraten.Wir waren gerade beim Mittagsessen, als er vom Stuhl aufstand, obwohl er noch gar nicht fertig war mit seinem Teller.  „Ich muss mal auf die Brubbelstube (Klo)“,entschuldigte er sich. Er erschien zwei Minuter später wieder amTisch. Eine Augenklappe zierte sein Gesicht, in der rechten Hand hielt er ein Gummischwert. Aus der Hosentasche fischte er einen Zettel und las vor: „ Ich bin der gefürchtete Pirat Erik der blutig Rote. Mit meinen teuflisch grau-samen Mannen werde ich in die stürmische See stechen und auf Raubzug segeln. Die Knochen unsrer Opfer werden krachen und deren Blut den Boden besudeln. Wir kehren dann zurück, reich beladen mit Schätzen aller Art.“

Ist recht mein Bub“, nickte Lisettchen, meine Frau, „aber bevor dur ausgehst mit deinen teuflisch grausamen Mannen, mit den Freunden Fillip und Rennee, musst du erst das Gemüse auffuttern.“ 

Piraten essen kein Gemüse“, erwiderte Marko, „die essen nur Fleisch, gegrillt am Feuer.“ „Da täuscht du dich aber gewaltig“, klärte ich ihn auf, „die essen grade besonders viel Gemüse und Obst bevor sie lossegeln. Ohne diese Vitaminspender würden sie ganz schnell schreckliche Zahnschmerzen bekommen und dann die Zähne verlieren.  Oder hast du schon mal gehört, dass Einer von den  

sagte      wir müssen die Plünderungd er Burg verschieben,weil ich gewaltige Zahnschmerzen habe und ich muss mich erst mal in meine

warme Furzkuhle (Bett)legen bis die Schmerzen abgeklungen sind?“

Ob ihn das überzeugt hatte, weiß ich nicht, aber er setzte sich an denTisch und verschlang hastig sein Gemüse. Der Bub verließ dann das Haus. Ich rief hinterher:

             Ohne Obst und Gemüse zu essen

               kann der Pirat seinen Raubzug vergessen.“

Marko der Eroberer

 

Macko koam zu uns in die Wohnstubb midden Zeddel in de Hoand. Ä loas vo:

DerTag des grandiosen Triumpfes ist gekommen. Siegestrunken stapfen wir durch das fließende Blut nieder gemetzelter Feinde. Am Rande des glorreichen Weges liegen, die noch nicht, Getöteten wimmernd imStaub und winseln um Gnade.

Unbeirrt streben wir unserer wahrhaftigen Bestimmung entgegen. Der Tag der Erfüllung ist da. Wir strecken Arme und Schwerter gen Himmel und schreien der blendenden Sonne entgegen. Wälder, Steppen und Städte erzittern. Wir sind, ohne Zweifel, die vorgesehenen, ewigen Herrscher des Kontinents.“

Net schlä(s)cht“, nickte i(s)ch oaäkennend, „des hosde wohl aasäm Buch....de Äobererä.... oabgeschriwwe un nei zusoamme gesetzt.Moan(s)ch Aasdrigg seun ebbes iwädriffe, so loss in de Formulierung das fließende Blut nieder gemetzelter Feinde des Wordd fließende weg.“

Also,i(s)ch find des net so doll“, woandt Lisett(s)che eu, „doa muss mä joa Sor(s)che hobbe weje de geisdi(s)ch Gesundhaat vom Bu.“

Zim Gligg grinste ma Fraa, suns thädd i(s)ch Sor(s)che gekriggt weje de Äziehungsvostellunge vonnä.

Woas deu Äfillung heit seun, is doch kloar, Macko“, väkindete Lisett(s)che, „du musst deu Stubb ufraame.“

Doafier hodd so`n Äobererä wie i(s)ch seu Dienä un Skloave“, proalte dezu des Kinn.

Noch nettemoal in Gedoanke“, äwirrerte ma Fraa, „wä seun deu Skloave net. Des mussde also schun eloa mache, si(s)chesdrunkenä Äobererä.“

 

 

 

Übersetzung:Marko kam zu uns ins Wohnzimmer mit einem Zettel in der Hand. Er las vor:

DerTag des....... (wieoben)....“

Nicht schlecht“, nickte ich anerkennend, „das hast du wohl aus dem Buch….der Eroberer...

abgeschrieben und neu zusammengesetzt. Manche Ausdrücke sind etwas übertrieben, so lass in der Formulierung das fließende Blut nieder gemetzelter Feinde das Wort fließende weg.“

Also,ich finde das nicht so toll“, wandt Lisettchen ein, „da muss man ja Sorgen kriegen wegen der geistigen Gesundheit vom Bub.“

Zum Glück grinste meine Frau,sonst hätte ich Sorgen wegen ihrer Erziehungsvorstellungen.

Was deine Erfüllung heute ist, ist doch klar, Marko“, verkündete Lisettchen, „du musst dein Zimmer aufräumen.“

Dafür hat ein Eroberer wie ich seine Diener und Sklaven“, prahlte das Kind.

Nicht einmal in Gedanken“, erwiderte meine Frau, „wir sind nicht deine Sklaven. Das musst du schon alleine machen, siegestrunkener Eroberer.“

Straßenräuber oder Seeräuber

 

De glei(s)chaldri(s)ch Fillip woar baam Macko in de Stubb.

Wenn i(s)ch greeßä seun“,  begoann Fillip zu babble, „werd i(s)ch vielaa(s)cht Seereibä.“

Macko schiddelte de Kopp. „Noa, des mach i(s)ch net. Doa muss mä vohä so viel Gemies fuddern un des moag i(s)ch net.“

Wieso?“

Meun Babba hodd gesoat, mä kriggt fer(s)chdli(s)che Zoahnschmerze, wenn mä wocheloang uffen Mä kreize duht un koa Gemies esse duht. I(s)ch glaab, i(s)ch duh liewä de Beruf als Stroaßereibä ins Aach fasse.Doa koann i(s)ch noachäm Iwäfall sofodd wirrä in meu Forzkuhl väkrie(s)che, meu Geld zähle, Schokoload schmaddze orrä Ribbelkuche stoppe.“

Wie willsde des dähdi(s)che?“ froate Fillip kritisch, „wen willsde denn iwäfalle? Hier im Dorff seun mä doch zu bekoannt un eune Stunn spätä duht schun die Bolizei di(s)ch besuche un vähafte.“

Deriwwä hodd meu Kreativhern beraats sinnvoll Leesungsvoschlä(s)ch ä..arweidet. Nadierlich duhn mä net hier im Ordd unsä Streifzieg dor(s)chfiehrn, des mache mä zim Baaspiel in Bensem, dordd kennt uns koan oanzi(s)chä.“

De mee(s)chli(s)che Seereibä woar noch net devo iwäzei(s)cht. „Wennde mit deunäm hell Buhwestimm(s)che ähn nä(s)chtli(s)che Spoaziergängä oapiepse duhst...rick die Wertsache raus...doann duht dä doch nur lache un schenkt dä äh Guuzche zim Lutsche.“

Noch zwaa orrä draa Joahrn duh i(s)ch joa noch wadde“, äwirrerte de kinfdi(s)ch Stroaßereibä, „doann seun meu Stimm si(s)chä dunklä woarn. I(s)ch braach joa aach net selwä spreche, de Rolfi koann mä debaa helfe. Ä babbelt woas un des werd uffen Rekorddä gespei(s)chert, zim Baaspiel....jetz rick sofodd deu Portmonnee raas,orrä i(s)ch duh schieße.

Wertsache will i(s)ch net, wä waaß ob i(s)ch des wirrä väheekern koann, i(s)ch will nur Geld.“

Woas? Aasgere(s)chnet de Rolfi, seun Vaddä is doch baa de Kripo in Dammstadd. Womee(s)chlich dreffe wä dänn sogoar in Bensem, dä seun dordd heifi(s)chä.“

Iwälä(s)chend wie(s)chte Macko seun Wersching hie un hä. „Beklaue will i(s)ch dän Klausi net, meun un deunen Vaddä aach net. I(s)ch will joa selwä aach net iwäfalle wern. Na ja...

viellaa(s)cht is de mit de Reiberei doch net so guud. Awä Bolitikä kennte mä wern orrä besunnere Geschäftsleit, moan(s)ch vo denne solle aach goanz kräfdi(s)ch Geld scheffle.“  

 

 

 

Übersetzung:Der gleichaltrige Fillip war beim Marko im Zimmer.

Wenn ich größer bin“, begann Fillip zu reden, „werde ich vielleicht Seeräuber.“

Marko schüttelte den Kopf. „Nein, das mach ich nicht. Da muss man vorher soviel Gemüse futtern und das mag ich nicht.“

Wieso?“

Mein Papa hat gesagt, man kriegt fürchterliche Zahnschmerzen, wenn man wochenlang auf dem Meer kreuzt und kein Gemüse ißt. Ich glaube, ich fasse lieber den Beruf Straßenräuber ins Auge. Dann kann ich nach dem Überfall mich sofort ins Bett verkriechen, mein Geld zählen,Schokolade schmatzen oder Streuselkuchen stopfen.“

Wie willst du das durchführen?“ fragte Fillip kritisch, „wen willst du denn überfallen? Hier im Dorf sind wir doch zu bekannt und schon eine Stunde später besucht dich die Polizei und verhaftet dich.“

Darüber hat mein Kreativgehirn bereits sinnvolle Lösungsvorschläge erarbeitet. Natürlich werden wir nicht im Ort hier unsere Streifzüge durchführen, das machen wir zum Beispiel in Bensheim, dort kennt uns kein einziger.“

Dermögliche Seeräuber war noch nicht davon überzeugt. „Wenn du mit deinem hellen Bubenstimmchen einen nächtlichen Spaziergänger anpiepst.....rück die Wertsachen raus....dann lacht der nur und schenkt dir ein Bonbon zum Lutschen.“

Noch zwei oder drei Jahre warte ich noch“, erwiderte der künftigeStraßenräuber, „dann ist meine Stimme sicher dunkler geworden.Ich brauche ja auch nicht selber sprechen, der Rolfi kann mir dabei helfen. Er spricht was und das wird auf einem Rekorder gespeichert, zum Beispiel......jetzt rück sofort dein Portemonnaie raus, oder ich schieße.

Wertsachen will ich nicht, wer weiß ob ich das wieder verhökern kann, ich will nur Geld.“

Was? Ausgerechnet der Rolfi, sein Vater ist doch bei der Kripo in Darmstadt. Womöglich treffen wir den dann sogar in Bensheim, dort ist er häufiger.“

Überlegend wiegte Marko seinen Kopf hin und her. „Beklauen will ich den Klausi nicht, meinen und deinen Vater auch nicht, ich will ja selbst nicht überfallen werden.

Naja....vielleicht ist das mit der Räuberei doch nicht so gut. Aber Politiker könnte man werden oder ein besonderer Geschäftsmann. Manche von denen sollen auch ganz kräftig Geld scheffeln.“