Kurzballaden, IV-VI        (Versbasteleien)                             
  Ein Außerirdischer kam zu mir  (mit Kurzvideo 35s)             
  Hochwasser am Rhein               
  Im Schnee
 
Ein Außerirdischer kam zu mir
Heit waaß ich`s nemmä woars Draam orrä Werkli(s)chkaats`
daht si(s)ch äei(s)chne  eune eißerst seltdoam Begäwehaat.
Mied vom Gadde-Schaffe lungert i(s)ch uf de waa(s)ch Forzkuhl
woar noch oagezouhe, daht sinne vom vägoangene Daach:
I(s)ch daht stolpern in die kiehl erdi(s)ch Schloammsuhl
un velli(s)ch babbi(s)ch eugesuddelt dordd bleed  laach.
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Eun Wäse, noch nie gesehe, schwäbte dor(s)ch die Dier
„I(s)ch bin ähn Aaßäerdi(s)chä“, stelltä si(s)ch krächzend vor,
„du host mä zu gehor(s)che,, iwäall, jedds un hier.
Du musst jedds fuddern Limbor(s)chä Kees, Mack Fießodor.“
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I(s)ch zidderte, baa däm Gedoanke word i(s)ch ar(s)ch blass.
„Drei Packe sollst in di(s)ch stoppe, hurdi(s)ch geschwind.
“Limbor(s)chä Kees woar fer mi(s)ch noch nie ähn Gaumespass
i(s)ch hebb mi(s)ch gefiehlt wie äh gepriehelt misshandelt Kind.
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Ähn freie Will, si(s)ch eufach strikt zu wei(s)chern, hodd i(s)ch net
koannt mi(s)ch nur väkrie(s)che unnä die schiddsend Deck im Bett.
Mit hippnodisierend Blicke dahtä mi(s)ch dor(s)chdringend oastarre
koan Eufluss hodd i(s)ch uf meu Hern, woar ähn willelos Wäse
musst in diesä Hoaltunhg wie ähn sturrä Bleedmoann väharre
hebb gedenkt, meu schee frei Läwe woar also moal gewäse.
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De Kees stoank schun gasdi(s)ch ekelhaft noach Ammonjack
ähn Bisse stoppt i(s)ch runnä, s`schmeckte wie stinkend Kack.
Sofodd word`s mä`s elend schlä(s)cht, i(s)ch musst wergend koddse
„I(s)ch koann nemmä“, stehnt i(s)ch, des woar de pure Horror.
„Stell di(s)ch net so oa“, kridisiertä, „duh net gekienselt moddse!“
Mä woar`s net gekieneselt, i(s)ch emfoand`s als  sadisdi(s)ch Terror.
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Gekwält hielt i(s)ch die Hoand vo Aache, des woar meu Gligg
i(s)ch stellte fest, meun freie Will woar wirrä zurigg.
Refleggsaddi(s)ch ägrabbschte i(s)ch des Rappeldibb(s)che mit Couraaa(s)ch
un schluuch des mit allä Kraft in seune bleed Vissaa(s)ch.
Grienes Bluud schpriddste dor(s)ch die Stubb oan die Woand
de Elljenn woar doann dood, des hebb i(s)ch sofodd äkoannt.
Äleest stehnend loag i(s)ch doa orrä bin ufgewacht
meu Fraa hebb i(s)ch des väzählt, se hodd nur gelacht.

Übersetzung:
Heut `weiß ich`s nicht mehr war`s Traum oder Wirklichkeit
s`ereignete sich einmal eine wirklich seltsam` Begebenheit.
Müde vom Garten-Arbeiten lungerte ich auf der weichen Furzkuhle    (Furzkuhle =  Bett)
war noch angezogen, tat sinnen vom vergangenen Tag:
Ich tat stolpern in die kühle erdig Schlammsuhle
und völlig verbabbt  eingesuddelt dort blöd lag.
               (babbig, verbabbt = dreckig verschmiert)
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Ein Wesen, noch nie gesehen, schwebte durch die Tür
„Ich bin ein Außerirdischer“, stellte er sich krächzend vor,
„du hast mir zu gehorchen, überall, jetzt und hier.
Du musst jetzt futtern Limburger Käse, Marke Füßodor.
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“Ich zitterte, bei dem Gedanken schon wurde ich blass
„Drei Packen sollst in dich stopfen, hurtig geschwind.
“Limburger Käse war für mich noch nie ein Gaumenspass
ich hab mich gefühlt wie ein gegeprügelt, misshandelt Kind.
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Nen freien Willen, sich einfach strikt zu weigern, hatte ich net    (nicht)
konnte mich nur verkriechen unter die schützend Decke im Bett.
Mit hypnotisierenden Blicken tat er mich durchdringend anstarren
keinen Einfluss hatte ich auf mein Hirn, war ein willenlos` Wesen
musste in dieser Haltung wie ein sturer Blödmann verharren
hab gedacht, mein schönes freies Leben war also mal gewesen.
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Der Käse stank schon garstig ekelhaft nach Ammoniak
ein Bissen stopfte ich runter, s`schmeckte wie stinkend Kack.
Sofort wurde es mir elend schlecht, musste würgend kotzen.
„Ich kann nicht mehr“, stöhnte ich, das war der pure Horror.
„Stell dich nicht so an!“ kritisierte er, „tu nicht gekünstelt motzen!“
Mir war`s nicht gekünstelt, ich empfand`s als sadistisch`Terror.
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Gequält hielt ich die Hand vor Augen, das war mein Glück
ich stellte fest, mein freier Wille war wieder zurück.
Reflexhaft ergrabbschte ich den Nachttopf mit Courage
und schlug ihn mit aller Kraft in seine blöde Visage.
Grünes Blut spritzte durchs Zimmer an die Wand
der Alien war tot, das hab ich sofort erkannt.
Erlöst stöhnend lag ich da oder bin aufgewacht
meiner Frau hab ich`s erzählt, sie hat nur gelacht.
Hochwasser am Rhein
„Im Fernsehn hebb i(s)ch gestern geguckt de Weddäberi(s)cht
baa drohend Hochwassä is des fer uns eune wi(s)chdi(s)ch` Pfli(s)cht.
Die Ufähitt duht schun ebbes unnä drecki(s)ch Wassä stehe
duht de Rheu noch zwaa Metä stei(s)che, kenne mä se nemmä sehe.
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In de näkste Daache kimmt fer uns eune Katasdroof
des werd sä, sä gasdi(s)ch baa unserm scheene Riedhof.
Des Rheuwassä werd uns Mensche fer(s)chdäli(s)ch iwäfluute
awä aach die Wuddse, de Gadde, Hinkel un Puute.“
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Des babbelte die werkli(s)ch vänienfdi(s)ch Bauersfraa Elsa
se woar alleweil in Dahtedroang un aach maastens impulsiv.
„Hannes, du faulä Sack, ähab di(s)ch endli(s)ch vom Sofa
die Iwäschwemmung werd kumme, werd endli(ch aktiv.“
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De Bauä Hannes winkte gemä(s)chli(s)ch grinsend oab
sol(s)ch zwaafelhaaft Meldunge broachte ihn net uf Troab.
„So schlimm werd`s si(s)chäli(s)ch, woahrhafdi(s)ch net wern
die Weddäkundi(s)che väkiende halt Horrormeldunge gern."
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Om näkste Daach stoand im Erdgeschoss kniedief des Wassä
Hekdi(s)ch dahte se draache die wi(s)chdi(s)chsde Sache noach obbe
Elsa un die zwaa Kinnä worde blass un blassä,
bevo si(s)ch befoand des Notwendi(s)chsde alles drobbe.
„Wo is unsä Vaddä nur oabgebliwwe? Ä is ähn Spinnä.“
„Viellaa(s)cht issä oabgedriwwe vom Rheu“, moante die Kinnä.
„Ach was, bestimmt lungert ä rim uffen staubi(s)ch Spei(s)chä
un duht im Hern Ferz aasbriete, goans iewle Schlei(s)chä."
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Se häm doann de Vaddä Hannes gesucht, awä net gefunne.
Doa bellt de Hunn ufgerä(s)cht, die Vordäpoote uf de Fenstäboank
s`woarn schun vägoange bestimmt mä als drei Stunne.
Doa daht mä doann sehe, seu Gladds blinkte ohne Hut bloank.
„De Vaddä hockt uffen Dach de Ufähitt, duht värickt winke
wenn`s Wassä noch stei(s)cht, werdä doarin väsinke.“
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Miitäm Schlauchboot häm se dän Moann aas de missli(s)ch Loag befreit
un sich all im erste Stock väsoammelt, aach Katz, Hinkel un Hunn
die Diern un die Kinnä hobbe si(s)ch goans besunners gefreit
de Bauä hodd zu seu lieb Bagaa(s)ch gebabbelt mä als ne Stunn,
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„Des schreckli(s)ch viel Wassä hodd die Äckä iwäflutet
des hodd laadä  fer(s)chdäli(s)ch iwäall gewietet.
Eune vänienfdi(s)ch Ernt kenne mä dies Joahr  vägesse
hobbe womeegli(s)ch net genie(s)chend Geld fer genug Esse.
Desweje sollte mä in Zukunft schun friehzaadi(s)ch sor(s)che
oam beste schun heit un net erst iwä-, iwämor(s)che.
Also,  uf de Spei(s)chä misse Bierkäste, Hoandkäs Lewäworscht, Brot
doamit wä net leidend hungern misse in eunä meegli(s)ch Not.
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Awä des Wi(s)chdi(s)chde is Folgendes:
Wä misse iebe ri(s)chdi(s)ch laut zu brille un schreie
doamit die Annern in Not uns kenne befreie.
I(s)ch hebb`s heit probiert, es is mä net gegliggt
nur de Hunn hodd`s gemerkt, dä hodd mi(s)ch änziggt.
Defier kriggtä jedds ne äkstra Worscht
un i(s)ch eun Bier fer meun Dorscht.“
Übersetzung:
„Im Fernsehen hab ich gestern geschaut den Wetterbericht
bei drohend` Hochwasser ist das für uns eine wichtige Pflicht.
Die Uferhütte tut schon etwas unter dreckig`Wasser stehen
steigt der Rhein noch um zwei Meter, kann man sie nicht mehr sehen.
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In den nächsten Tagen kommt für uns eine Katastroph(e)
das wird sehr, sehr garstig bei unserem schönen Riedhof.
Das Rheinwasser wird uns Menschen fürchterlich überfluten
aber auch die Schweine, den Garten, Hühner und Puten."
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Dies sagte die wirklich vernünftig` Bauersfrau Elsa
sie war immer im Tatendrang und auch meistens impulsiv.
„Hannes, du fauler Sack, erheb dich endlich vom Sofa
die Überschwemmung wird kommen, werde endlich aktiv."
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Der Bauer Hannes winkte gemächlich grinsend ab
solch zweifelhafte Meldungen brachten ihn nicht auf Trab.
„So schlimm wird`s sicherlich, wahrhaftig nicht werden
die Wetterkundigen verkünden halt Horrormeldungen gern.“   (auf hessisch reimt es sich richtig)
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Am nächsten Tag stand im Erdgeschoss knietief das Wasser.
Hekdisch taten sie tragen die wichtigen Sachen nach oben.
Elsa und die zwei Kinder wurden blass und blasser,
bevor sich befand das Notwendigsate alles droben.
„Wo ist unser Vater nur abgeblieben? Er ist ein Spinner.“
„Vielleicht ist er abgetrieben vom Rhein“, meinten die Kinder.
„Ach was, bestimmt lungert er rum auf dem staubigen Speicher
und brütet im Hirn Fürze aus, ganz üble Schleicher."
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Sie haben dann Vater Hannes gesucht, aber nicht gefunden.
Da bellte der Hund aufgeregt, die Vorderpfoten auf der Fensterbank
s`waren vergangen bestimmt mehr als drei Stunden
.Doa tat man dann sehen, seine Glatze blinkte ohne Hut blank.
„Der Vater sitzt auf dem Dach der Üferhütte, tut verrückt winken
wenn` s Wasser noch steigt, wird er darin versinken.“
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Mit nem Schlauchboot haben sie den Mann aus der misslichen Lage befreit
und sich alle im ersten Stock versammelt, auch Katze, Hühner und Hund.
Die Tiere und die Kinder haben sich ganz besonders gefreut
der Bauer hat zu seinem Anhang gesprochen mehr als eine Stund`
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„Das schrecklich viele Wasser hat die Äcker überflutet
das hat leider fürchterlich überall gewütet.
Eine vernünftige Ernte konnen wir dieses Jahr vergessen
haben womöglich nicht genügend Geld für genug Essen.
Deswegen sollten wir zukünftig schon frühzeitig sorgen
am besten schon heute und nicht erst über-, übermorgen.
Also, auf den Speicher müssen Bierkästen, Händkäs`, Leberwurst, Brot
damit wir nicht leidend hungern müssen in einer möglichen Not.
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 Aber das Wichtigste ist Folgendes:
Wir müssen üben tüchtig laut zu brüllen und schreien
damit die Anderen in Not uns können befreien.
Ich hab`s heut` probiert, es ist mir nicht geglückt
nur der Hund hat`s gemerkt, der hat mich entzückt.
Dafür kriegt er jetzt eine Extrawurst
und ich ein Bier für meinen Durst.“
Im Schnee
S` ree(s)chnete, meu Bagaa(s)ch, i(s)ch hockte im Wouhe
wä kwälte uns vowärds uf de Audoboahn
in de vädient Wintäurlaub, s`net gelouhe
mä konnte moan(s)chmoal nur Schritt-Tempo foahrn.
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Erst noach nä Stunn, de Väkä(r)sgodd daht Gnoade zei(s)che
s`ging wirrä schnell, sogoar hurdi(s)ch fix
unsä mies Stimmung daht allmähli(s)ch wei(s)che
die schlä(s)cht Laun hodd si(s)ch ufgeleest in nix.
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Selwst unsre Hindin Trude bellte frehli(s)ch
die Kinnä alberte rim, se koant` s net lasse
„jedds kimme mä in de Bayri(s)ch Woald allmähli(s)ch“,
soate ma Fraa, „Schnee gibt`s dordd in Masse.“
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Oab vierhunnerd Metä Hee(s)ch goab`s statt Reje Schneeflocke
„Baa unrä Hitt is die Gejend bestimmt schee weiß“,
daht i(s)ch grinsend zufriede grinsend frohlocke,
„elektri(s)ch Strom hämmä net, se leiht romoandi(s)ch oabseits.“
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„Bleiwe wä womeegli(s)ch im Schnee jedds stecke?“
froate Lisett(s)che un guckte ar(s)ch ängstli(s)ch.
I(s)ch daht goans ernst, i(s)ch wollt se necke:
„Doa iwänoachte mä halt im Audo frehli(s)ch.
Noa, unsä Kist hodd doch Wintäreife druff
mä kumme demit spielend jed Schneeber(s)ch ruff.“
Baa de Hitt oagekumme, ziendete mä de Ofe oa
machte Kakau, Kaffee und genosse des Drinke
streckte uf de Boank gemietli(s)ch aas die Boa
daht zwa Stunne mied in de Forzkuhl väsinke.
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„De näkste Daach misse mä Besor(s)chunge mache“,
klärte i(s)ch meu Bagaa(s)ch doann uf,
„misse kaafe Läwensmiddel, Brennholz, aach annern Sache
Lisett(s)che hool ähn Zeddel, schreib alles uf.“
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Mor(s)chens laache insgesoamt oachtsi(s)ch Dsendimetä Schnee
die zwa Kinnä jauchzte „Juchee, Juchee“.
I(s)ch foand des ebbes zu viel un wusste sofodd:
„Zim Supämackt foahrn koann i(s)ch leidä vägesse
wä misse bleiwe oan diesäm eugeschneit Ordd.
Wä kenne joa heit noch unsä Mitgebroachtes esse.“
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Eun Daach spätä hockte wä immä noch wie de Maddä in de Falle
mä woarn oabgeschnitte in de Wildnis Nadur
zu fuddern hodde mä nix mä, des Brennholz woar alle
zu drinke hodde mä wäni(s)ch, ebbes Kakaupulvä nur.
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Aach in de Forzkuhl hodde mä die Klamodde oa
zwa poar Strimp, Pullover, Jack un Thermohooswä
frorn droddsdäm oan Brust, Bobbes un Boa.
Woahrhafdi(s)ch, uns bedriggte ähn schwä drauri(s)ch Loos.
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Meun Akku woar lä, i(s)ch konnt um Hilf net delefoniern.
„Mä hebbe Hungä gasdi(s)ch“, jammerte die Kinnä
se konnte nur hilflos de Schnee stur oastiern.
Unsä Trud(s)ch dachte, woas seun des fer Spinnä:
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„Die gewwe mä koan Fuddä, i(s)ch braach des sofodd
Dorscht hebb i(s)ch gewaldi(s)ch wie ähn Brauereigaul.
Woas wolle die nur oan diesäm bleede Ordd?
Steht net so dabbi(s)ch rim un so äksträm faul“
Schwärem Härzzens droang ins Hern die Äkenntnis:
Trud(s)che misse mä schloa(s)chde fers Iwäläwensesse.
Si(s)chä werd des ähn tiefdrauri(s)ch Äeignis
Spielstunne mit ihr kenne mä fer immä vägesse.
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I(s)ch zickte des Messä, ging uf`s Dier zu
Lisett(s)che daht`s oablenke, stoand oan ihrä Seite.
„I(s) will vo ei(s)ch nix mä, nur meune Ruh“
knurrte unsä Liebling un suchte des Weite.
Trud(s)che woar doann stunneloang fordd
vo diesäm koalt, ar(s)ch schreckli(s)chäm Ordd.
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Doch wä frierend Gschdalde hodde doann mordds Gligg
äh Fraa mittäm Geländewouhe, oan kloa Schneepflug devor
noahm uns mit ins Dorff, so koame mä zurigg.
Dräneästickt wimmerte mä all wie im euni(s)ch Kor:
„Jedds endli(s)ch braache mä nemmä zu greune
die Gnoadesunn werd wirrä fer uns scheune.“
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Die Fraa musste grinse, babbelte bleed uugeriehrt:
„Eiä eugeschneit Audo hoole mä erst im Friehling oab
ist de Schnee doann getaut, kenntä foahrn a ber(s)choab.“
Iwwäflissis(s)chäwaas bleekte se noch sadisdi(s)ch uuscheniert:
„Hosde ähn eugeschneit Audo net gern
mussde vohä oakurble deu Schpaddsehern.
Musst aach ernst nämme de Weddäberi(s)cht
fer vänienfdi(s)ch Leit is des alleweil Pfli(s)cht.“
Übersetzung:
S` regnete, mein Anhang, ich saßen im Wagen
wir quälten uns vorwärts auf der Autobahn
in den verdienten Winterurlaub, s´ nicht gelogen      (auf hessisch reimt es sich)
wir konnten manchmal nur Schritttempo fahren.
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Erst nach ner Stunde, der Verkehrsgott tat Gnade zeigen
s`ging wieder schnell, sogar hurtig fix
unsre mies` Stimung tat allmählich weichen
die schlechte Laune hat sich aufgelöst in nix.
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Selbst unsre Hündin Trude bellte fröhlich
die Kinder alberten rum, sie konnten`s nicht lassen
„Jetzt kommen wir in den Bayerischen Wald allmählich“,
sagte meine Frau, „Schnee gibt`s dort in Massen.“
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Ab vierhundert Höhe gab`s statt Regen Schneeflocken.
„Bei unsrer Hütte ist die Gegend bestimmt schön weiß“,
tat ich grinsend zufrieden frolocken,
„Elektrisch Strom haben wir nicht, sie liegt romantisch abseits.“
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„Bleiben wir womöglich im Schnee jetzt stecken?“
fragte Lisettchen und guckte arg ängstlich.
Ich tat ganz ernst, ich wollte sie necken:
„Da übernachten wir halt im Auto fröhlich.
Nein. Unsre Kist` hat doch Winterreifen druff                (druff = drauf)
wir kommen damit spielend jeden Schneeberg ruff.“     ( ruff = rauf, nach oben).
Bei der Hütte ankommen, zündeten wir den Ofen an
machten Kakao, Kaffee und genossen das Trinken
streckten auf der Bank gemütlich aus die Beine          (auf hessisch reimt es sich)taten zwei Stunden müd`in der Furzkuhl versinken.    (Furzkuhle = Bett)
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„Den nächsten Tag müssen wir Besorgungen machen“,
klärte ich dann meinen Anhang auf,
„müssen kaufen Lebensmittel, Brennholz, auch andere Sachen
Lisettchen, hol` einen Zettel, schreib alles auf.“
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Morgens lagen insgesamt achtzig Zentmeter Schnee
die zwei Kinder jauchzten: „Juchee, juchee.“
Ich fand dies etwas zu viel und wusste sofort:
„Zum Supermarkt fahren kann ich leider vergessen
wir müssen bleiben an diesem eingeschneit` Ort.
Wir können ja heut` noch unser Mitgebrachtes essen.“
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Ein Tag später saßen wir immer noch wie der Marder in der Falle
wir waren abgeschnitten in der Wildnis Natur
zu futtern hatten wir nichts mehr, das Brennholz war alle
zu drinken hatten wir wenig, etwas Kakaopulver nur.
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Auch in der Furzkuhle hatten wir die Klamotten an
zwei paar Strümpfe, Pullover, Jacke und Thermohos`
wir froren trotzdem an Brust, Hintern und Beinen               (reimt sich leider nur auf hessisch)wahrhaftig, uns bedrückte ein schwer traurig Los.
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Mein Akku war leer, ich konnte um Hilfe nicht telefonieren
„Wir haben garstig Hunger“, jammerten die Kinder
sie konnten nur hilflos den Schnee stur anstieren.
Unser Trudchen dachte, was sind das für Spinner:
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„Die geben mir kein Futter, ich brauch das sofort
Durst hab ich gewaltig wie ein Brauereigaul.
Was wollen die nur an diesem blöden Ort?
Steht nicht so dabbi(s)ch rum und so extrem faul!“            (dabbi(s)ch = trottelhaft)
Schweren Herzens drang ins Hirn die Erkenntnis:
Trudchen müssen wir schlachten für`s Überlebensessen.
Sicher wird das ein tieftrauriges Ereignis
Spielstunden mit können wir für immer vergessen.
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Ich zückte das Messer, ging auf das Tier zu
Lisettchen tat`s ablenken, stand an ihrer Seite.
„Ich will von euch nichts mehr, nur meine Ruh` “,
knurrte unser Liebling und suchte das Weite.
Trudchen war dann stundenlang fort
von diesem kalt arg schrecklichem Ort.
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Doch wir frierend Gestalten hatten dann mords Glück
ne Frau mit nem Geländewagen, ein kleiner Schneepflug davor
nahm uns mit ins Dorf, so kamen wir zurück.
Tränenerstickt wimmerten wir alle wie im einigen Chor:
„Jetzt endlich brauchen wir nicht mehr zu weinen
die Gnadensonne wird wieder für uns scheinen.“
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Die Frau musste grinsen, schwätzte blöd ungerührt:
„Euer eingeschneit`Auto holen wir erst im Frühling ab
ist der Schnee dann getaut, könnt ihr fahren auch bergab.“
Überflüssigerweise blökte sie noch sadistisch ungeniert:
„Hast du ein eingeschneit`Auto nicht gern
musst du vorher ankurbeln dein Spatzenhirn.
Musst auch ernst nehmen den Wetterbericht
für vernünftige Leut` ist das immer Pflicht.“