Blitze zucken

 

„Liewe Leit, i(s)ch hebb wirrä moal euni(s)che Verse zusoammegestoppelt...äh gereumt. Vielaa(s)cht duh i(s)ch die a moal fer eun VideoKunstwerk väwenne.“

Klausi droank ähn Schluck Bier aasäm Biergloas. Doann: „Des Video däht doann haaße Bliddse zucke. Owäflä(s)ch betroacht kennt mä moane, doa wern nur so moan(s)che Weddä-Äei(s)chnisse väzählt. In Werkli(s)chkaat is des awä nur simboli(s)ch zu deite, s`werd des Spoannungsfeld  Scheenes Läwe, Schlä(s)chtes Läwe behoannelt.

Duht moal lausche“, ä fischte ähn Zeddel aas seunä Dasch un daht vodraache:  

 


 Schor(s)chi un Klausi laafe vägnie(s)cht dor(s)ch Woald un Feld

se grinse breit, seun werkli(s)ch gliggli(s)ch in diesä Welt.

Die Sun duht wunnäschee hälli(s)ch scheune

Selbst de Driebsinni(s)chst däht schmunsle, nemmä greune.

Rebhinkel duhn fladdernd aasäm grie Gebisch ufschei(s)che

ähnn Fuchs will vo seune Imbishappe nemmä wei(s)che

Aach annä Vehel stei(s)che himmelhoch, zim Baaspiel die Ler(s)ch

die schenä singt als die jung Soabin in de Ker(s)ch.



Doch wie`s so is in de grausoam Nadur

net alles seun alleweil nur Gligg pur.

Vo fern duhn grauschwaddse Wolke nähä ziehe

Donnä grollt, kimmt nähä, Wind duht Äst väbiehe.

Doa uf eunmoal,grellhelle Bliddse zucke

De Schor(s)ch duht si(s)ch goans ängstli(s)ch ducke

vägisst sogoar seu stänni(s)ch Oarsch-Gejucke.

Fällt doann noch schreiend in die Maddsche

de Storm duhtäm eune kräfdi(s)ch kladdsche.

 

 

 

De Rejeguss macht uns iwäall pitschnass

noa, des seun werkli(s)ch nemmä  oan Spass.

Schnell duhn mä in äh Hitt ohn Fenstä fli(s)chte

die Nadur kenne mä zwaa nemmä si(s)chte

doch doadruf kenne mä jedds a väzi(s)chte.“


Net schlä(s)cht“, kommendierte i(s)ch seu Gereumtes, „meu normoal Vähalte hosde allädings iwähaapt net gedroffe. Baam Gewiddä seun i(s)ch nie ängstli(s)ch un oam Bobbesloch duh i(s)ch nur goans,goans selde kraddse, waal`s dordd juckt.

Mä kennt mit deunäm Gedi(s)cht aach des Ehe- un Foamiljeläwe väglei(s)che, doa seun aach net alles Sunnescheun“.

„Koan i(s)ch zustmme“, duht Heunä nigge, „s´ is wie baam Bierdrinke aasäm Gloas

 

   Isses voll, die Sun scheunt

   isses lä, de Drinkä greunt.“

 

Übersetzung: „Liebe Leute, ich hab mal wieder einige Verse zusammen gestoppelt....äh gereimt. Vielleicht werde ich die mal für ein Videokunstwerk verwenden.“

Klausi trank einen Schluck Bier aus dem Bierglas. Dann: „Das Video würde dann heißen  Blitze zucken. Oberflächlich betrachtet könnte man meinen, da werden nur so manche Wetterereignisse erzählt. In Wirklichkeit ist das aber nur symbolisch zu deuten, s`wird das Spannungsfeld   Schönes Leben,Schlechtes Leben behandelt.

Lauscht mal“, er fischte einen Zettel aus seiner Tasche und trug vor:

Schorschi und Klausi gehen vergnügt durch Wald und Feld

sie grinsen breit, sind wirklich glücklich mit dieser Welt.

Die Sonne tut wunderschön herrlich scheinen

selbst derTrübsinnigste würde schmunzeln, nicht mehr weinen.

Rebhühner tun flatternd vom grünen Gebüsch aufscheuchen

ein Fuchs will von seinen Imbisshappen nicht mehr weichen.

Auch andere Vögel steigen himmelhoch, zum Beispiel die Lerche

die schöner singt als die junge Sabine in der Kirche.

 




Doch wie es so ist inder grausamen Natur

nicht alles ist immer nur Glück pur.

Von fern grauschwarze Wolken näher ziehen

Donner grollt, kommt näher, Wind tut Äste verbiegen.

Da auf einmal: grellhelle Blitze zucken

Der Schorschi tut sich ganz ängstlich ducken,

vergisst sogar sich ständig am Arsch zu jucken.

Fällt dann noch schreiend in die Matsche

der Sturm gibt ihm eine kräftige Klatsche.



Der Regenguss macht uns überall pitschnass

nein, das ist wirklich nicht mehr ein Spaß.

Schnell tun wir in eine Hütte ohne Fenster flüchten

die Natur können wir zwar nicht mehr sichten

doch darauf können wir jetzt auch verzichten.

                                                                

Nicht schlecht“, kommentierte ich sein Gereimtes, „mein Verhalten hast du allerdings überhaupt nicht getroffen. Bei einem Gewitter bin ichnie ängstlich und an meinem Hinternloch kratze ich nur ganz, ganz selten, weil`s da juckt. Man könnte mit deinem Gedicht auch das Ehe-und Familienleben vergleichen, da ist auch nicht alles Sonnenschein.“

„Kann ich zustimmen“, nickte Heiner, „es ist wie beim Biertrinken aus dem Glas

Ist es voll, die Sonne scheint

ist es leer, der Trinker weint.“