Urknall, Zusammenhang mit Kneipenbier

 „Woas woar eigentli(s)ch vo däm Urknall?“ froate Babett(s)che.

Mä woarn uf de Filosoferund in de Gastwertschaft Zim weise Mondmoann.

Die Wisseschaftlä seun si(s)ch deriwwä net euni(s)ch“, informierte i(s)ch die annern, „viele moane, des wär eune uusinni(s)ch Froag, waal mit däm Urknall Raum un Zaat iwähaapt erst änstanne seun. Also vohä daht`s nix gewwe.“

Noach solch Gebabbel väspierte meu drocke Kehl Dorscht un daht ähn grooße Schluck Bier in mi(s)ch reu kippe.

Des hosde schee gesoat, Hä Schor(s)chi Schnabbelschnut“, frotzelte Klausi, unsä Schäff-Filosof, „mä wolle des awä schun ebbes genaahä wisse. Wenn du soage duhsd viele un net alle, doann musses doch aach annern Oasi(s)chte gewwe.Väklickä des moal!“

I(s)ch nickte. „Wie ä wisst begoann alles mit däm Urknall vor uugefäh värzeh Milljarde Joahrn. Eune winzi(s)che Energiebomb, viellaa(s)chtso grooß wie oan Stecknadel- kopp, orrä noch kloanä, explodierte un daht si(s)ch roasend schnell aasdeehne. Daraus hodd si(s)ch des Universum gebildet, doas si(s)ch heit noch aasdeehne duht. Un die näkste dreißi(s)ch Milljarde.......“

Des muss joa ähn eun supälaute Knall gewese seun“, unnäbroach mi(s)ch Heunä, unsä Koampfdrinkä, „  wenn Mensche des gheert hädde wär bestimmt des Drommelfell geplatzt“.

Woars net“, i(s)ch schiddelte meun Kopp väneunend, „des woar gereischlos, doann eun heerboare Knall seun nix anneres als Schallwelle, die awä nur in de Luft orrä annä Maderje si(s)ch bilde. Die daht`s awä noch net gewwe.“

Also, die Asdrofisiikä moane, dass unsä Universum noch dreißi(s)ch Milljarde Joahrn sich aasdehne duht“, daht i(s)ch waatä informiern, „doann kennte alles wirrä zusoamme falle bis uf Stecknadelgreeß un oan äneitä Urknall duht stattfinne. Un des duht sich alleweil wirrähoole un wirrähoole. Des haaßt also: Sol(s)ch Urknallä hodds viella(s)cht  schun viele dausendmoal gegewwe .“

Västännislos guckte die vier Filosofe mi(s)ch oa. „Des västeh i(s)ch net“, gestoand Ludwi(s)ch, unsä Edelmoann.

I(s)ch will`s moal mit unserm Kneipebier als Baaspiel väklickern“, steehnte i(s)ch ebbes genervt, meune Freinde woarn wirrämoal ar(s)ch begriffsstutzi(s)ch, „zuerst hodd unsä Wert, Mosjö Mondmoann, eun leeres Biergloas. Also noch koa Existenz vo Bier im Drinkgefäß. Orrä annersdä aasgedrickt: Des oabsolute Nix. Ä hält des leereGloas unnern Zapfhoahn un effnet ihn. Des seun de Urknall.

Des Bier fließt raus un breitet sich im Gloas aas bisses voll is. Des simbolisiert also die Aasdehnung vom Universum. Vollä werds awä net, im Gejedaal, s`werd wirrä wäni(s)chä, waal wä, die Gäste es velli(s)ch lädrinke.  Sowoas duht si(s)ch in unsä Kneip aach heifi(s)ch wirrähoole, eun Urknall noach däm annern un eun Imblodiern noach däm annern.“

Doann is unsä Wert also sowoas wie oan allmä(s)chtigä Godd, waalä viele Urknallä väursache duht“, bemerkte Babett(s)che.

Ri(s)chdi(s)ch, du hosdes västoanne“, nickte i(s)ch.

Eun volles Biergloas duhht net nur eun Universum behiete, sunnern jewaals oan goanzes Multiversum, denn jedes winzi(s)che Goasbläs(s)che simbolisiert jewaals eun Universum un in de Schaumkron wimmelt es vo solche Universe.“

Oh, doa hebb i(s)ch jetz awä eun schlä(s)cht Gewisse“, jammerte de Heunä gespielt, „wenn i(s)ch des drinke, werd jeweils eun Multiversum gnoadelos väni(s)chtet.“

Braachsde net, Heunä“, beruhigte i(s)ch unsern Koampfdrinkä, „du musst bedenke, oan äneitä Urknall duht`s nur gewwe, wenn wä vohä die Implosjon, also des Lädrinke des Gloases, in die Wä(s)che gelaatet hobbe.

Mäs eun halt all Geddä, unsä Wert seun de Schepfä vo de Multiverse un wä finf Filosofe seun die Geddä, die  wirrä aaslesche, also väni(s)chte.  Desweje seun wä awä koane schlä(s)chde Geddä, denn ohne Väni(s)chtung duht koa nei Schepfung stattfinne.“

Sol(s)ch tiefgrindi(s)che Gedoanke dahte uns all gefalle, aach Mosjö Mondmoann, dä gespoannt unser Gespräch lauschte, musste schmunzle. Nur in de eune Eck vo de Kneip hockte zwaa Deppe, die frehli(s)ch bleed zu uns grinste un vor de Stern kreisende Bewä(s)chunge mit de Hoand vollfiehrte, womit se vämutli(s)ch unsern oagäbli(s)che Gaasteszustoand zim Aasdruck bringe wollte.

Klausi reumte un linste debaa zu de zwaa Halbidjoote:

                  „ Mä seun all Schenies,foandasdi(s)ch Geddä

                    Bleedel sehn des net, aach net Speddä

                    Mä hobbe die wesentli(s)ch Nadur äkoannt

                    des misse mä väkinde in Stadt un Loand.“   

Übersetzung:„Was war eigentlich vor dem Urknall?“ fragte Babettchen.

Wir waren auf der Filosofenrunden in der Gastwirtschaft Zum weisen Momdmann.

Die Wissenschaftler sind sich darüber nicht einig“, informierte ich die anderen, „viele meinen das wäre eine unsinnige Frage, weil mit dem Urknall Raum und Zeit überhaupt erst entstanden sind. Also vorher gab`s nichts.“  

Nach solch Gerede verspürte meine trockene Kehle Durst und kippte einen großen Schluck Bier in mich rein.

Das hast du schön gesagt, Herr Schorschi Schnabbelschnut“, frotzelte Klausi, unser Chef-

Filosof,„wir wollen das aber schon etwas genauer wissen. Wenn du sagst viele und nicht alle, dann muss es doch auch andere Ansichten geben. Erklär das mal.“

Ich nickte. „Wie ihr wisst begann alles mit dem Urknall vor ungefähr14 Milliarden Jahre. Eine winzige Energiebombe, vielleicht so groß wie ein Stecknadelkopf, oder noch kleiner, explodierte und dehnte sich rasend schnell aus. Daraus hat sich das Universum gebildet, welches sich noch heute ausdehnt. Und die nächsten 30 MilliardenJahre........“

Das muss ja ein superlauter Knall gewesen sein“, unterbrach mich Heiner, unser Kampftrinker, „wenn Menschen das gehört hätten, wäre bestimmt das Trommelfell geplatzt.“

War`s nicht“, ich schüttelte verneinend den Kopf, „das war geräuschlos, denn ein hörbarer Knall ist nichts anderes als Schallwellen, die sich aber nur in Luft oder anderer Materie bilden. Die gab`s aber noch nicht.“

Also, die Astrophysiker meinen, dass unser Universum sich noch 30 Milliarden Jahre lang ausdehnt“, informierte ich weiter, „dann könnte alles wieder zusammen fallen bis auf Stecknadelgröße. Und das würde sich immer wiederholen und wiederholen. Das heißt: Solche Urknaller hat es vielleicht schon viele tausendmale gegeben und nicht nur einmal vor 14 Milliarden Jahren, sondern schon vor Billionen...ach was.... vor Trilliarden Jahren.“

Verständnislos guckten die vier Filosofen mich an. „Das versteh ich nicht“,gestand Ludwig, unser Edelmann.

Ich will`s mal mit unserem Kneipenbier als Beispiel erklären“, stöhnte ich etwas genervt, meine Freunde waren wieder einmal sehr begriffsstutzig, „zuerst hat unser Wirt, Monsieur Mondmann, ein leeres Bierglas. Also noch keine Existenz von Bier im Trinkgefäß.Oder anders ausgedrückt das absolute Nichts. Er hält das leere Glasunter den Zapfhahn und öffnet ihn. Das ist der Urknall.

Das Bier fließt raus und breitet sich im Glas aus bis es voll ist. Das symbolisiert also die Ausbreitung vom Universum. Voller wird`s aber nicht, im Gegenteil, es wird wieder weniger, weil wir , die Gäste,es völlig leer trinken. Sowas wiederholt sich in unserer Kneipe auch häufiger, ein Urknall nach dem anderen und ebenso eine Implosion nach der anderen.“

Dann ist unser Wirt also sowas wie ein allmächtiger Gott, weil er viele Urknaller verursacht“, bemerkte Babettchen.

Richtig, du hast es verstanden“, nickte ich.

Ein volles Bierglas behütet nicht nur ein Universum, sondern ein ganzes Multiversum, denn jedes winzige Gasbläschen beherbergt ein Universumund in der Schaumkrone wimmelt es von solchen Universen.“

Oh,da habe ich jetzt aber ein schlechtes Gewissen“, jammerte der Heiner gespielt, „wenn ich das trinke, wird jeweils ein Multiversum gnadenlos vernichtet.“

Brauchst du nicht, Heiner“, beruhigte ich den Kampftrinker, „du musst bedenken, ein erneuter Urknall gibt`s nur, wenn wir vorher die Implosion, also das Leertrinken des Glases, in die Wege geleitet haben.

Wir sind halt alle Götter, unser Wirt ist der Schöpfer der Multiversen und wir fünf Filosofen sind die Götter, da wieder auslöschen, also vernichten. Deswegen sind wir aber keine schlechten Götter, denn ohne Vernichtung wird`s auch keine neue Schöpfung stattfinden.“

Solche tiefgründigen Gedanken gefiel uns allen, auch Mosieur Mondmann, der gespannt unserm Gespräch zugehört hatte, musste schmunzeln. Nur in der einen Ecke der Kneipe saßen zwei Deppen, die fröhlich blöd zu uns grinsten und vor der Stirn kreisende Bewegungen mit der Hand vollführten, womit sie vermutlich unseren angeblichen Geisteszustand zum Ausdruck bringen wollten.

Klausi reimte und linste zu den 2 Halbidioten:

                  „Wir sind alle Genies, fantastische Götter

                  Blödel sehen das nicht, auch nicht Spötter.

                  Wir haben die wesentliche Natur erkannt

                   das müssen wir verkünden in Stadt und Land.“