Rolli, ein neuer Hund (mit Video 2m40s)
In eunä Anekdoot dahts i(s)ch schun mal äwähne, laadä is unsre Hiendin Trud(s)che inzwische geschtorwe. Awä wie des hoalt fer viele Leit so is, un fer uns Schnabbelschnuts ewwefalls, ohne Hunn in de Familje is die Läwenskwalidäht doch a(rs)ch eugeschränkt. Deshalb hobbe wä uns ähn neie besor(s)cht. Mit Hilf eunä Dier-
schuddsaktivisdin begliggt uns jedds eun kloanä Mischling, uugefäh fienf Killogramm schwä, Trud(s)che zei(s)chte uf de Woag uugefäh dreizeh Killo oa.
Die Dierschuddsaktivisdin väzählte uns, de Hunn däht aas Rumänje schtoamme, wär schun zeh Joahrn oald, awä noch ar(s)ch fidd, nur häddä baa eum Schdreid mit eum Greeßere eun Aach välorn, woas uns awä net schteerte. Ä hodd also hoalt nur noch eun Aach im Kopp un dieses eune Aach is aach nemmä gesund.
Woahrscheunli(s)ch koannä nemmä ri(s)chdi(s)ch gucke, Helli(s)chkaat un Dunkelhaat nimmtä noch zwaafelsohn woahr. Des hebb i(s)ch im leddste Herfst un Wintä deitli(s)ch gemerkt. Oawens, wenns beraat dunkel woar, konnt i(s)ch net in de dunkle Woald gehe. Im Ordd baa uns seun genie(s)chend Schtroaßelatterne un Rolli woar demit zufriede un schtromerte freli(s)ch vägnie(s)cht umhä. Wenn i(s)ch awä die Helli(s)chkaat hinnä mä geloasse hebb, weigerte ä si(s)ch schtrikt noch waatä zu laafe un alleweil oan de Lein ziehe orä ihn nur noch mit de Erm draache wollt i(s)ch aach net.
In des eune noch vohannene Aach muss mä zwaa bis drei moal jede Daach schpeddsjelle Drobbe reufließe loasse. Moan(s)chmoal lässtä die Proddsedur eufach iwä si(s)ch ägehe,
maastens gefälltdäm des awä net un duht knurre.
Heifi(s)ch soag i(s)ch zu..äm:
Rolli, duh nur vä..er(s)chert knurre
aach ne Kadds däht debaa net schnurre.
Selwst mä dähts net gefalle
kennt nur wimmernd greune, lalle.
Als Macko, unsä fast schun juuchendli(s)ches Seehn(s)che, des mitgekriggt hodd, dahtä kommendiern: „Rolli hodd seun ei(s)chne Kopp un is oft schterri(s)ch,“
„Joa, des issä“, daht i(s)ch nicke, „des is awä werkli(s)ch koan Grund, des liewe Dier oabzuleehne, wä behoalte dän Hunn. Alle Hunne seun Päseenli(s)chkaate un des is doch doll, gell?
Wä sollte werkli(s)ch niemoals soage:
Hunne solle gefälli(s)chst gehor(s)che
sunst krieje se nur gewoaldi(s)ch Sor(s)che.“
„Gejeiwwä Jungherr(s)che, wie i(s)ch zim Baaschpiel eunä bin, sollt des schun gelte. Eun Hunn muss schließli(s)ch heern“, äwirrerte Macko, „gejeiwwä Oaldherr(s)che kenne se aach ruhi(s)ch ihre ei(s)chewilli(s)che Driebe freie Laaf loasse. Doa is des joa werkli(s)ch net schlimm. Oalde seun väpfli(s)chtet so eun Hunn zu vähäddscheln vun mor(s)che frieh bis oawens schpät.“
„Wen moansde denn mit Oaldherr(s)che?“ froate i(s)ch.
„Is doch sunnekloar“, daht Macko oantwordde un daht Erm un Hend aaseun..nannä bewä(s)che, „du, Schor(s)chibabba, geheerst zim Baaschpiel zu diesä Sordd Mensche.“
Hintergrundmusik: Dog and Pony Show --Silent Partner (NCM)
Übersetzung: In einer Anekdote erwähnte ich schon mal, leider ist unsere Hündin Trutchen inzwischen gestorben. Aber wie dies halt bei vielen Leuten so ist, und für uns Schnabbelschnuts ebenfalls, ohne Hund in der Familie ist die Lebensqualität doch sehr eingeschränkt. Deshalb haben wir uns einen neuen Hund besorgt. Mit Hilfe einer Tier-
schutzaktivistin beglückt uns jetzt ein kleiner Mischling, ungefähr 5 kg schwer. Trutchen zeigte auf der Waage ungefähr 13 kg an.
Die Tierschutzaktivistin erzählte uns, der Hund würde aus Rumänien stammen, wäre bereits 10Jahre alt, aber noch sehr fit, nur hätte er bei einem Streit mit einem Größeren ein Auge verloren, was uns aber nicht störte. Er hat halt nur noch ein Auge im Kopf und dieses eine Auge ist auch nicht mehr gesund. Wahrscheinlich kann er nicht mehr richtig sehen,
Helligkeit und Dunkelheit nimmt er noch zweifelsohne wahr.
Das hab ich im letzten Herbst und Winter deutlich gemerkt. Abends, wenn es bereits dunkel war, konnte ich mit ihm nicht in den dunklen, finsteren Wald gehen.
Im Ort sind bei uns genügend Straßenlaternen und Rolli war damit zufrieden un stromerte fröhlich vergnügt umher.
Wenn ich aber die Helligkeit hinter mir gelassen hatte, weigerte er sich strikt noch weiter zu laufen und immer an der Leine ziehen oder ihn nur noch mit den Armen tragen wollte ich auch nicht.
In das eine noch vorhandene Auge muss man zwei bis dreimal jden Tag spezielle Tropfen rein fließen lassen. Manchmal lässt er die Prozedur einfach über sich ergehen, meistens gefällt ihm das aber nicht und knurrt.
Häufig sag ich zu ihm:
„Rolli, tu nur verärgert knurren
auch `ne Katze würde dabei nicht schnurren.
Selbst mir täte das nicht gefallen
könnte nur wimmernd weinen, lallen.“
Als Marko, unser fast schon jugendliches Söhnchen, das mal mitgekriegt hatte, kommentierte er: „Rolli hat seinen eigenen Kopf und ist oft störrisch.“
„Ja das ist er“, nickte ich, „dies ist aber wirklich kein Grund das liebe Tier ab zulehnen. Wir behalten den Hund.Alle Hunde sind Persönlichkeiten und das ist doch toll, gell?
Wir sollten wirklich niemals sagen:
Hunde sollen gefälligst gehorchen
sonst kriegen sie nur gewaltig Sorgen.“ (auf Hessisch reimt es sich richtig)
„Gegenüber Jungherrchen, wie ich zum Beispiel einer bin, sollte das schon gelten. Ein Hund muss schließlich hören“, erwiderte Marko, „gegenüber Altherrchen können sie auch ruhig ihren eigenwilligen Trieben freien Lauf lassen.
Das ist ja wirklich nicht schlimm. Alte sind verpflichtet so einen Hund zu verhätscheln von morgens früh bis abends spät.“
„Wen meinst du denn mit Altherrchen?“ fragte ich.
„Ist doch sonnenklar“, antwortete Marko und bewegte Arme und Hände auseinander, „du, Schorschipapa, gehörst zum Beispiel zu dieser Sorte Menschen.“