Neckarsteinach, Vierburgenstadt (mit Video 2m54s)
Fienf Daache nachäm Besuch vun Hersch..horn daht i(s)ch voschlaache: „Wä sollte aach Neckarschteunach mit unsrä Oawäsehaat begligge. Diesä Ordd seun die siedli(s)chste Gemeunde vun Hesse.“
„Woas indresiert mi(s)ch des Gligg de Ber(s)chä vun Neckarschteunach“, daht Macko meu Oakiendi(s)chung kommendiern, „i(s)ch will hier des Schwimmboad besuche. Marie(s)che will des beschtimmt aach“, un unsä Buh linste zu seum Schwesdä(s)che, des wo nur nickte.
„Des mit däm Begligge muss mä joa net werddli(s)ch väschtehe“, daht i(s)ch äwirrern,
„s`heert si(s)ch awä viel freindli(s)chä oa als dähte mä soage hoamsuche. Doa dähte moan(s)che Leit moane, wä dähte brandschaddse un annern kriminell hässli(s)che Dinge duhn.
Noa joa, vun mä aas, doann bleiwt ewwe hier in Ebbäbach, s` is eire Schuld, wennä woas väseime duht.“
Un so koams aach. Lisedd(s)che. i(s)ch, de Schor(s)chi, un Rolli, de Hunn, dähdi(s)chte eloa dän Aasflug.
Die Oaldschdadd woar schee, konnt si(s)ch awä net mit dä vun Hersch..horn messe.
Eune Besunnähaat is un woar awä: Vier Bor(s)che, alle vum Ordd oam Neckar aas uf de Ber(s)che zu gucke.
Die sogenoannt Middelbor(s)ch is oam beste ähoalte un konnte se aach ohne viel Krakse- lei ärei(s)che.
Als wä wirrä dehoam worn, i(s)ch moan in Juräm, väzählte i(s)ch devun däm Klausi, unserm Scheff-Filosoof.
Dä soate nur: „Indresoant, vier Bor(s)che, nah baa..eunannä, hodd diesä Ordd.
I(s)ch werdd deriwwä mit de Geschi(s)chtsassistente Edelgadd un Gähadd babble. Die wisse si(s)chä Euni(s)ches zu beri(s)chte.“
I(s)ch hebbs schun heifi(s)chä in annern Anekdote äwähnt: Obs diese Kryptogeschdoalde iwähaapt gewwe duht, wusst i(s)ch net un waaßes heit noch net.
Drei Daach schpätä daht Klausi mä Folgendes beri(s)chte: Edelgadd un Gähadd soate, s`schtimmt, in Deitschloand duhts koan annern Ordd gewwe mit vier Bor(s)che so nah baa..eunannä. Des hodd selwstväschtännli(s)ch seune Ursache un die wärn: Doa dahte moal vier adli(s)che Briedä läwe, die genoannt worn: Allmeu de Erste, Allmeu de Zwaate, Allmeu de Dritte un folgeri(s)chdi(s)ch noch Allmeu de Vierte. Des worn nur Schpiddsnoame, die normoale, ri(s)chdi(s)che Noame vun diese Oadli(s)che is laadä net bekoannt.
Als se in de Iwägoangsfoas „noch fast Juuchendli(s)chä“ zim „junge äwoaksne Moann“ koame, ging die Zäschdriddehaat uubammhärddsi(s)ch los.
Alle vier wollte die glei(s)che Fraa heiern, nämli(s)ch die oamuudi(s)ch Tussnelda die Zwaat aasäm Ourewoald. Se koannte si(s)ch uf nix euni(s)che. Doa väschpriehte zim Baaschpiel Allmeu de Erste die Geschi(s)cht: Allmeu de Viert koann mit so eunä Fraa iwähaapt nix oafoange, seu Foandasie is viel zu derffdi(s)ch aasgebild, ä is viel zu bleed defier. Meun deppä Brure koann zufriede seun, wennä die herbbe Diabolica vum Kraddsberstewoald kriggt.
Deshalb väließe drei dä vier die Bor(s)ch un ließe goans in de Näh jawaals eune neie Bor(s)ch äri(s)chte. Alle vier koannt die Oawäsehaat de Annern vum
Allmeuklaan im glei(s)che Gebeidekomplex nemmä ädraache.
Eunä de Vier woar eun gliehendä Vouhelfreind un sor(s)chte fer viele Nistmeegli(s)chkaate, aach fer Schwalbe. Däm seune Bor(s)ch is heit schun läangst eune Ruien un haaßt Schwalbenest.
S` is koa Iwäraschung, doass die drei Briedä si(s)ch iwä den Vouhelfreind hoch arrogoant baa si(s)ch jedä bietend Gelä(s)chehaat lusdi(s)ch machte un dän Dierliebhoabä als Uhrumpel bezei(s)chne dahte, dä wo si(s)ch nur mit de Vie(s)chä oabgewwe koannt, awä net mit Mensche un schun goar net mit Edeldoame.
Drei vun de Vier seun dor(s)ch die annern Briedä bluudi(s)ch ämorddet worn. Doa woarn allädings die Bor(s)che schun äri(s)chtet.
Klausi reumte doann noch:
Familjeschdreid oam schtets glei(s)ch Ordd
koann aasadde bis zim finale Mordd.
Viel bessä is uf begehrte Mensche zu väzi(s)chte
un noach annern oamuudi(s)ch Fraue si(s)chte.
Lieb un Gligg bleiwt im Klaan doann net fern
sowoas heern nur uuväbessäli(s)ch Ego..isde net gern.
(Allmeu bezeichnet eine Person, die Alles haben will, nach Möglichkeit alleine)
HintergrundmusiK: About You --Ascense (NCS Release)
(Leider machen die Burgszenen einen sehr verwackelten Eindruck, ein
Stativ wäre da nützlich gewesen, hatte aber keins dabei. Ich hoffe, die
Bürger und Bürgerinnen von Neckarsteinach verzeihen mir das.)
Übersetzung: Fünf Tage nach dem Besuch von Hirschhorn schlug ich vor: „Wir sollten auch Neckarsteinach mit unserer Anwesenheit beglücken. Dieser Ort ist die südlichste Gemeinde von Hessen."
„Was interessiert mich das Glück von Neckarsteinach“, kommentierte Marko meine Ankündigung, „ich will hier das Schwimmbad besuchen. Mariechen will das bestimmt auch“, un unser Bub linste zu seinem Schwesterchen, das nur nickte.
„Das mit dem Beglücken muss man ja nicht wörtlich verstehen“, erwiderte ich, „es hört sich aber viel freundlicher an als würde man sagen heimsuchen. Da würden manche Leute meinen, wir würden brandschatzen und andere kriminell hässliche Dinge unternehmen.
Na ja, von mir aus, dann bleibt eben hier in Eberbach, es ist eure Schuld, wenn ihr was versäumt."
Und so kams auch, Lisettchen, ich, der Schorschi, und Rolli, der Hund, machten alleine den Ausflug.
Die Altstadt war schön, konnte sich aber nicht mit der von Hirschhorn messen.
Eine Besonderheit ist und war aber: Vier Burgen, alle vom Ort am Neckar aus auf die Berge zu schauen.
Die sogenannte Mittelburg ist am besten erhalten und konnte sie auch ohne viel Kraxeleien erreichen.
Als wir wieder daheim waren, ich meine in Jugenheim, erzählte ich davon dem Klausi, unserem Chef-Filosofen.
Der sagte nur: „Interessant, vier Burgen, nah beieinander, hat also dieser Ort.
Ich werde darüber mit den Geschichtsassistenten Edelgard und Gerhart reden. Die wissen sicher Einges zu berichten.“
Ich habe es schon häufiger in anderen Anekdoten erwähnt: Ob es diese Krypto-
gestalten überhaupt gibt, wusste ich nicht und weiß es heute noch nicht.
Drei Tage später berichtete Klausi mir Folgendes: Edelgard und Gerhart sagten,
es stimmt, in Deutschland gibt es keinen anderen Ort mit vier Burgen so nah beieinander. Das hat selbstverständlich seine Ursachen und die wären: Da lebten einmal vier adelige Brüder, die genannt wurden: Allmeu der erste, Allmeu der Zweite, Allmeu der dritte und folgerichtig noch Allmeu der Vierte.
Das waren nur Spitznamen, die normalen, richtigen Namen vun diesen Adeligen (in dem Ort) sind leider nicht bekannt.
Als sie in der Übergangsphase „noch fast Jugendlicher“ zum „jungen erwachsenen Mann“ kamen, ging die Zerstrittenheit unbarmherzig los.
Alle vier wollten die gleiche Frau heiraten, nämlich die anmutige Tussnelda die Zweite aus dem Odenwald. Sie konnten sich auf nichts einigen. Da versprühte zum Beispiel Allmeu der Erste die Geschichte: Allmeu der Vierte kann mit so einer tollen Frau überhaupt nichts anfangen, seine Phantasie ist viel zu dürftig ausgebildet und viel zu blöd ist er auch dafür. Mein depper Bruder kann zufrieden sein, wenn er die herbe Diabolica vom Kratzbürstenwald kriegt.
Deshalb verließen drei der Vier die Burg und ließen, ganz in der Nähe, jeweils eine neue Burg errichten. Alle vier konnten die Anwesenheit vom Allmeuclan im gleichen Gebäudekomplex nicht mehr ertragen.
Eine der Vier war ein glühender Vogelfreund und sorgte für viele Nistmöglichkeiten, auch für Schwalben. Dem seine Burg ist heute schon längst eine Ruine und heißt Schwalbennest.
Es ist keine Überraschung, dass die drei Brüder vom Vogelfreund sich bei jeder gebotenen Möglichkeit über den Tierliebhaber hoch arrogant lustig machten und ihn als törrichten Volltrottel bezeichneten, der halt sich nur mit den Viechern abgeben kann, aber nicht mit Menschen und schon gar nicht mit Edeldamen.
Drei von den Vier wurden durch die anderen Brüder blutig ermordet.
Da waren allerdings die Burgen schon errichtet.
Klausi reimte noch:
Familienstreit am gleichen Ort
kann ausarten bis zum finalen Mord.
Viel besser ist auf begehrte Menschen zu verzichten
und nach anderen anmutigen Frauen sichten.
Liebe und Glück bleiben im Klan dann nicht fern
so was hören nur unverbesserlich Egoisten nicht gern.