Hirschhorn, Perle des Neckartals (mit Videos 4m40s, 3m13s )
„Dies Joahr kenne mä koan grooß Urlaab mache“, väkiendete i(s)ch meunä Familje, besunners de Kinnä Marie(s)che un Macko.
„Woarim denn des?“ froate unsä Seehn(s)che, „noch nettemoal noach Holloand oans Mää?“
„Noch nettemoal des“, väsi(s)cherte i(s)ch, „unsre finoansjelle Sidduaddsjoon is zim Dräne vägieße. Un oans Middelmä sollte mä im Summä sowieso net hie
tigern, die fer(s)chdäli(s)ch Hidds dordd is joa eune uumenschli(s)ch Kwoal.
I(s)ch hebb mä gedenkt, des Neckoartoal duhts aach, ä(s)cht schmucke Kloaschdädde seun zu gucke un Haalber(s)ch un Moannäm seun aach zu bewunnern. Un vo alle Dinge: S` is net waat weg vun hier, des haaßt, wä seun schnell dordd.“
So koams, doass wä in de Schuulsummäferje noach Ebbäbach uf de Campingpladds oam Neckar fer zwaa Woche uns eukwadtierte.
„S`is väboode hier im Fluss zu boade“, schtellte Macko fest, „awä zim Glick is groad hunnerdfuffzi(s)ch Metä waatä eun Schwimmboad.“
Noach zwaa Daache daht i(s)ch voschlaache, die Kloaschdadd Hersch..horn zu besuche un aach die Bor(s)ch dordd uf uns euwerke loasse.
„Wolle wä net“, daht Marie(s)che brodesdiern, „Macko un i(s)ch wolle liewä mit annä Kinnä, die wo uffen Kempingpladds wä kenne gelernnt hobbe, ins Schwimmboad.“
„Eun Schwimmboad hämmä aach in Juräm. Desweje braach mä net er(s)chendwie waat foahrn.“
Macko ließ si(s)ch net oabbringe un wollte aach moal des Schwimmboad vun Ebbäbach kenne lernne. Ä hodde die glaa(s)che Moanung wie seu Schwesdä(s)che und so koams, doass Lisett(s)che, i(s)ch un unsä neiä Hunn Rolli eloa noach Hersch..horn tigerte.
Die Oaldschdadd vun däm Ordd schtelle si(s)ch dor(s)chaas sehenswert fer unsre oaschpruchsvulle Aache doar.
Zur Bor(s)chruien un Schloss musste mä eun Ber(s)ch iwä viele Dreppe hoch schtei(s)che.
Eun Bewohnä vun diesä Kloaschdadd daht vohä warnne: Des is werkli(s)ch ar(s)ch mieseeli(s)ch dordd hoch zu krakseln, nemme se woas zu drinke mit,
oam beste woas zu knabbern, sozusoage als Kraftimbiss.
De Moann koann joa viel väzähle, hebb i(s)ch mä gedenkt. In Maabor(s)ch duhts aach viele Dreppe gewwe un die seun dordd dor(s)chaas zu bewäldi(s)che.
Awä de Euwohnä hodde rä(s)cht. Des middäm Dreppe hochschtei(s)che wollt eufach net ufheern. Alleweil wä gedenkt hobbe, jedds hämmäs wohl geschafft, daht wirrä eun neiä Dreppeoabschnitt folge.
Lisett(s)che meckerte: Die Grausoamkaate duhn wohl nie ende.
Fer mi(s)ch koam noch hiezu: Euni(s)che moale musste i(s)ch noch unsern kloane Rolli draache. Mit seune werkli(s)ch kordse Boa wollt i(s)ch däm liewe Dier des schdändi(s)ch Dreppeschtei(s)che net zumuute.
Nadierli(s)ch, er(s)chendwoann hodde mä die idresoant Ruien un des Schloss ärei(s)cht un schtelle doann fest, doass mä fast bis obbe hie aach mit däm Audo vun hinne noach obbe foahrn konnt.
„Des is doch werkli(s)ch gemeun“, daht i(s)ch brodesdiern, „die Turistikleit hier hädde unne im Ordd eun Hiewaas..schild dezu oabringe loasse kenne un fer des miehseeli(s)ch Hochkrakseln eune Wa(r)nnungstafel, deitli(s)ch si(s)chtbaa in de Kloaschdadd, zim Baaschpiel eun poar oabgebildete, eißerts äscheppte
Woandärä, die wo lä(s)chdsent die Erm in die Hee(s)ch schtrecke un jammern:
Woarim hämmä nur dän Krakselpoad gewählt
wä fiehle uns ar(s)ch fer(s)chdäli(s)ch gekwält.“
Hintergrundmusik: Inner Peace --Mike Chino (NCM)
Hintergrundmusik: Live The Life --Edwin Ajtun (NCM)
Übersetzung: „Dieses Jahr können wir keinen großen Urlaub machen", ver-
kündete ich meiner Familie, besonders Mariechen und Marko.
„Warum denn das?“ fragte unser Söhnchen, „noch nicht einmal nach Holland ans Meer?“
„Noch nicht einmal das“, versicherte ich, „unsere finanzielle Situation ist zum Tränen ver-
gießen. Und ans Mittelmeer sollte man im Sommer sowieso nicht hin tigern, die fürchterliche Hitze ist ja eine unmenschliche Qual.
Ich hab mir gedacht, das Neckartal tut es auch, echt schmucke Kleinstädte sind zu schauen und Heidelberg und Mannheim sind auch zu bewundern. Und vor allen Dingen: Es ist nicht weit weg von hier, das heißt, wir sind schnell dort.“
So kam es, dass wir in den Schulsommerferien nach Eberbach auf dem Campimgplatz am Neckar uns zwei Wochen einquartierten.
„Es ist verboten hier im Fluss zu baden“, stellte Marko fest, „aber zum Glück ist gerade 150 Meter weiter ein Schwimmbad.“
Nach zwei Tagen schlug ich vor, die Kleinstadt Hirschhorn zu besuchen und auch die Burg dort auf uns einwirken zu lassen.
„Wollen wir nicht“, protestierte Mariechen, „Marko und ich wollen lieber mit anderen Kindern, die wir auf dem Campingplatz kennen gelernt haben, ins Schwimmbad.“
„Ein Schwimmbad haben wir auch in Jugenheim. Deswegen braucht man nicht irgendwie weit weg fahren.“
Marko ließ sich nicht abbringen und wollte auch mal das Schwimmbad von Eberbach kennen lernen. Er hatte die gleiche Meinung wie sein Schwesterchen und so kams, dass Lisettchen, ich und unser neuer Hund Rolli allein nach Hirschhorn hin tigerten.
Die Altstadt von dem Ort stellte sich dort durchaus sehenswert für unsere anspruchvollen Augen dar.
Zur Burgruine und zum Schloss musste man einen Berg über viele Treppen hoch steigen.
Ein Bewohmer von dieser Kleinstadt warnte vorher: Das ist wirklich sehr mühseelig dort hoch zu kraxeln, nehmen Sie was zu trinken mit, am besten was zu knabbern, sozusagen als Kraftimbiss.
Der Mann kann ja viel erzählen dachte ich mir. In Marburg gibt es auch viele Treppen und die sind dort durchaus zu bewältigen.
Aber der Einwohner hatte recht. Das mit dem Treppen hoch steigen wollte einfach nicht aufhören. Immer, wenn wir dachten, jetzt haben wir es wohl
geschafft, folgte wieder ein neuer Treppenabschnitt.
Lisettchen meckerte: Die Grausamkeiten tun wohl nie enden.
Für mich kam noch hinzu: Einige male musste ich noch unseren kleinen Rolli tragen. Mit seinen wirklich kurzen Beinen wollte ich dem lieben Tier das ständische Treppensteigen nicht zumuten.
Natürlich, irgendwann hatten wir die interessante Ruine und das Schloss erreicht und stellten dann fest, dass man fast bis oben hin auch mit dem Auto von hinten nach oben fahren kann.
„Das ist wirklich gemein“, protestierte ich klagend, „die Touristikleute hier hätten unten im Ort ein Hinweisschild anbringen lassen können und für das mühseelige Hochkraxeln eine Warnungstafel, deutlich sichtbar in der Kleinstadt, zum Beispiel ein paar abgebildete, äußert erschöpfte Wanderer, die lächzend die Arme in die Höhe strecken und jammern:
Warum haben wir nur den Kraxelpfad gewählt
wir fühlen uns arg fürchterlich gequält.“